Die Galgenvögel blicken auf 44 Jahre Fasching in Seinsheim zurück. Diesen närrischen Geburtstag feierten sie gebührend im Sportheim. Besondere Geschenke gab es vom Fastnachtverband Franken in Form einer Urkunde für die Galgenvögel und Ehrungen für einige Mitglieder. Die höchste bekam Iris Hönnl mit dem Till von Franken in Silber.
Gut gelaunt feierten die Galgenvögel nach dem erfolgreichen Rathaussturm im Jugendheim weiter. Ein buntes Faschingsprogramm war garantiert. Dazu spielten wie am Anfang wieder die Seinsheimer Musikanten.
Neben der Elferratsgarde hatte auch eine Jubiläumsgarde ihren Auftritt. Diese, trainiert von Katharina Drobek, bestand aus Ehemaligen. Verlernt hatten sie nichts. Schaurig schön wurde es beim Männerballett. Auch das Eigengewächs Sandro Hönnl stieg in die Bütt.
Eigens zum Jubiläum hatten sich auch drei frühere Gemeindediener und ihre Nachfolgerin, Pressesprecherin Frauke, auf die Bühne zum "Best of Gemeindediener" begeben. Sie schellten ihre "Bekannt-Machung" ordnungsgemäß aus. Lachen garantiert.
Heinz Dorsch erzählte unter anderem von einem zu großen Stück Fleischwurst im Rachen. An einen liebestollen Kater, der leider ein trauriges Ende nahm, erinnerte Wolfgang Körner. Das Zusammentreffen von Aufwaschbrühe mit einem Radfahrer rief Thomas Rüttinger in Erinnerung. Iris Hönnl sprach von gefüllten Kassen bei den Galgenvögeln ob deren Strafenkatalog.
Ein Revival gab es für die Misthacken. Gregor Kernwein, Heiner Düll und Hermann Schöller kehrten zurück auf die Bühne. "Man hat uns genötigt", sagte Kernwein. "Aber für Geld machen wir alles."
Bei ihrem ersten Auftritt 1985 hatten die Mikrofone noch Kabel – und "die Schorle mehr Wein", meinte Kernwein. 1986 hatten sie auch ein gefährliches Virus zum Thema. Statt Corona hieß es damals Aids. Ihr Thema "Wasser im Wengert" von 1990 passt auch in die heutige Zeit. Legendär auch ihre Beschreibung der Einweihung der Kanzel, bei dem eine schnelle Zunge gefordert war.
Die früheren Sitzungspräsidenten Heinz Dorsch (1985-2000), Heiner Düll (2000-2010), Stefan Düll und Theresa Rützel (2017 - 2020), Stefan Düll (2021-2024) und die amtierende Sitzungspräsidentin Stefanie Hegwein blickten auf 44 Jahre Galgenvögel zurück. Dorsch versetzte die Gäste in die Zeit vor 44 Jahren zurück, in einen Saal, in dem es zum Gegensatz zu heute keine Heizung gab. Der Saal hatte nur einen Ölofen und düsteres Licht. Als Vorsitzender des Sportvereins hatte er Überlegungen angestellt, wie Geld in die Kasse käme. Man erinnerte sich an frühere Faschingsveranstaltungen. Über Wolfgang Rauchenberger wurde der Kontakt zur Oberpleichfelder Faschingsgesellschaft hergestellt. Die erste Prunksitzung konnte 1981 starten. Die Seinsheimer Musikanten waren dabei, je zwei Seinsheimer Elferräte und Büttenredner.
1983 gab man sich den Namen Galgenvögel. Die waren auch 1987 bei der ersten Fernseh-Livesendung "Fastnacht in Franken" in Lichtenfels dabei. Sie wurden oft im Fernsehen gezeigt, weil sie die einzigen in Tracht gewesen seien, erinnerte Dorsch. "Deshalb hätten wir es verdient, wieder zur Sitzung eingeladen zu werden", meinte der erste Sitzungspräsident. Sein Nachfolger Heiner Düll konnte vom ersten Rathaussturm im November 2008 berichten. Mit dem Präsidenten-Duo Theresa Arnold (Rützel) und Stefan Düll lebte der Rathaussturm wieder auf.
Der Bezirkspräsident für Unterfranken vom Fastnacht-Verband Franken (FVF), Jürgen Förster, hatte Verbandsorden, Ehrennadeln und Verdienstorden dabei. Und einen Till von Franken in Silber für Iris Hönnl. Schon als Mädchen sei sie ein festes Mitglied der Galgenvögel gewesen. Sie tanzte in den verschiedenen Garden – sie war Mitglied der ersten Seinsheimer Garde – und wurde später selbst Trainerin. Hinter den Kulissen wirkt sie als Leitung der Garden, im Orga-Team und schreibt für ihren Sohn Sandro die Büttenreden. Seit 2023 ist sie wieder eine feste Größe auf der Bühne. Sie hat das Amt des Gemeindedieners zur Frauensache gemacht und steht als Pressesprecherin in der Bütt. "Es ist keine andere Person so lange im Fasching aktiv wie sie", sagte Förster.
Die weiteren Ehrungen: Der Verbandsorden des FVF wurde verliehen an Verena Dorsch, Michael Volkamer und Sarah Düll. Die Ehrennadel in Silber erhielten Björn Gebhard und Stefan Düll. Den Verdienstorden des FVF bekam Matthias Schultheiß.