zurück
Paris
Schnellanalyse: Starkregen größtenteils durch Klimawandel
Wäre es ohne Klimawandel ähnlich schlimm? Das fragen sich Menschen inzwischen bei jedem Extremwetter-Ereignis. Für die aktuelle Lage in Ländern wie Österreich haben Forscher schon eine Antwort.
Hochwasser in Österreich       -  Ohne Klimawandel hätte Sturm 'Boris' wohl nicht so gewütet, sagen Experten.
Foto: Trippolt Daniel/BMLV/APA/dpa | Ohne Klimawandel hätte Sturm "Boris" wohl nicht so gewütet, sagen Experten.
dpa
 |  aktualisiert: 22.09.2024 02:27 Uhr

Einer Schnellanalyse zufolge hatte der Klimawandel wahrscheinlich großen Anteil an der aktuellen Starkregenepisode in Mitteleuropa. Die natürliche Klimavariabilität allein könne die Intensität des beobachteten Ereignisses nicht erklären, teilte das Forschungskonsortium Climameter mit. Der Sturm sei durch einen scharfen Kontrast zwischen polarer Luft und warmer, feuchter Luft aus dem ungewöhnlich heißen Mittelmeerraum verursacht worden.

„Wir führen die starken Niederschläge, die zu den Überschwemmungen in Mitteleuropa führten, größtenteils auf den vom Menschen verursachten Klimawandel zurück, während die natürliche Klimavariabilität wahrscheinlich eine untergeordnete Rolle spielte”, hieß es von Climameter, einem von der Europäischen Union und der französischen Forschungsorganisation CNRS finanziertem Forschungsprojekt.

Kein gesichertes Ergebnis

Die Unsicherheit sei bei dieser Schlussfolgerung allerdings recht groß, da es sich um ein ungewöhnliches Ereignis handele. Die sogenannte Attributionsstudie nutzt Daten zu ähnlichen Tiefdrucksystemen von Gegenwart (2001-2023) und Vergangenheit (1979-2001) in der Region. Für eine solche Studie werden meteorologische Messwerte aus den zurückliegenden Jahrzehnten und Klimasimulationen statistisch ausgewertet.

Starkregenereignisse wie aktuell beim Sturm „Boris” fielen heute bis zu 20 Prozent intensiver aus als am Ende des 20. Jahrhunderts, hieß es von Climameter weiter. „Boris” hat schwere Überschwemmungen in Ländern Mittel- und Osteuropas wie Rumänien, Polen, Österreich, der Slowakei und der Tschechischen Republik verursacht.

Nach den Erkenntnissen des Weltklimarates (IPCC) nähmen Extreme im Wasserkreislauf schneller zu als die durchschnittliche Veränderung, hieß es auch. Auf lokaler Ebene sei ein Trend zu mehr Flussüberschwemmungen in West- und Mitteleuropa zu beobachten. 

Hochwasser in Tschechien       -  Starkregenereignisse wie aktuell beim Sturm „Boris” fielen heute bis zu 20 Prozent intensiver aus als am Ende des 20. Jahrhunderts, sagen die Experten.
Foto: Darko Bandic/AP/dpa | Starkregenereignisse wie aktuell beim Sturm „Boris” fielen heute bis zu 20 Prozent intensiver aus als am Ende des 20. Jahrhunderts, sagen die Experten.
 
Themen & Autoren / Autorinnen
Centre national de la recherche scientifique
Intergovernmental Panel on Climate Change
Klimaveränderung
Starkregen
Lädt

Damit Sie Schlagwörter zu "Meine Themen" hinzufügen können, müssen Sie sich anmelden.

Anmelden Jetzt registrieren

Das folgende Schlagwort zu „Meine Themen“ hinzufügen:

Sie haben bereits von 50 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits.

entfernen