Mehr als eine Millionen Muslime sind in den vergangenen Jahren nach Deutschland gekommen. Rund 4,5 Millionen leben Schätzungen zufolge mittlerweile hier. Viele von ihnen sind bestens integriert, andere haben Probleme mit der Ankunft in ihrer neuen Heimat – und sei es nur eine Heimat auf Zeit. Doch klar ist: Integration muss von beiden Seiten gewollt und umgesetzt werden.
Genau deshalb müssen wir alle offen sein – auch wenn Menschen Riten folgen, die wir nicht verstehen. Wir müssen Flüchtlingen und Migranten ermöglichen in Deutschland anzukommen, ohne ihre kulturelle Identität aufzugeben. Dazu gehört auch, dass eine Bestattung nach islamischen Vorstellungen möglich sein muss – solange diese nicht gegen geltende Gesetze verstoßen.
Und auch diese können und müssen unter Umständen geändert werden. Warum Bayern nach wie vor an der Sargpflicht festhält, obwohl sie in anderen Bundesländern bereits ohne größere Probleme abgeschafft wurde, scheint nur an einer sturen „Mia san Mia“-Haltung der CSU zu liegen. Die islamische Gemeinschaft dagegen zeigt sich kooperativer und ist bereit, Särge zu nutzen. Nun ist es an den Kommunen, den Muslimen ebenfalls ein Stück entgegenzukommen – und mehr islamische Grabfelder zu schaffen.