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Ankara
Gute Zeiten, schlechte Zeiten
Türkei-Korrespondent Thomas Seibert berichtet, wie es sich anfühlt, nach zwei Jahrzehnten aus einem Land geworfen zu werden,
Der Tagesspiegel-Korrespondent Thomas Seibert 
Foto: OZAN KOSE, AFP | Der Tagesspiegel-Korrespondent Thomas Seibert 
Thomas Seibert
 |  aktualisiert: 21.03.2019 02:11 Uhr

Vor fast genau zwanzig Jahren bin ich Recep Tayyip Erdogan zum ersten Mal persönlich begegnet. Kurz vor dem Beginn seiner Haftstrafe im März 1999 rief er die internationale Presse in Istanbul zusammen, um die – damals relativ wenigen – ausländischen Journalisten in der Türkei auf die Absurdität seiner Verurteilung wegen einer unbotmäßigen Rede aufmerksam zu machen. Bei dem Treffen in einem osmanischen Palais am Bosporus saß ich neben Erdogan, der damals Istanbuler Oberbürgermeister war. Wir plauderten über Fußball; Erdogan hatte sich kurz zuvor bei einem Spiel den Arm verletzt. Mehr als zwei Jahrzehnte lang habe ich den Aufstieg Erdogans zum mächtigsten Mann der Türkei beobachtet. Jetzt duldet mich seine Regierung nicht mehr als Berichterstatter.

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