Es begab sich aber zu der Zeit, dass ein Gebot von den Menschen guten Willens und rechten Glaubens ausging, dass alle Welt für mehr Gerechtigkeit in der Sprache Sorge tragen möge. Auch ich will mich daher gerade an Weihnachten darum bemühen. Schon im vergangenen Jahr hat uns die Berliner Kirchengemeinde Alt-Pankow dankenswerterweise den richtigen Weg gewiesen und Gottes Sohn durch den Genderstern als „Jesus*kind“ sprachlich von jeder einseitigen geschlechtlichen Zuordnung befreit. Wir können diesen Weg mutig weiter beschreiten, denn in Jesus ist Gott Mensch geworden – also nicht nur Gottes Sohn, sondern in einem umfassenden Sinne auch Gottes Tochter. Was sich sehr schön am Beispiel des Nürnberger Christkinds zeigt, das nicht von einem Jungen, sondern von einem Mädchen verkörpert wird. Auch Gott (m/w/d) ist ja kein alter weißer Mann, sondern durch keine geschlechtliche Zuschreibung zu definieren. Erfreulicherweise werden nun verkrustete Denkstrukturen auch sprachlich immer mehr aufgebrochen. So wurde dem Heiland im ARD-Abendprogramm inzwischen endlich auch „Die Heiland“ zur Seite gestellt. Es stünde uns gewiss auch gut zu Gesicht, an Weihnachten statt einer Nordmanntanne einmal eine Nordfrautanne als Christbaum ins Wohnzimmer zu stellen und in einem/einer der schönen Christbaumständer*innen zu fixieren. Und es dauert hoffentlich nicht mehr lange, bis statt der Sternsinger die Gendersternsinger*innen neue, bislang ungehörte Lieder anstimmen. Hört nur, wie lieblich es schallt. Freut euch, das Christ*kind kommt bald.
Scheurings Wort zum Samstag: Hört nur, wie lieblich es schallt
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