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Frauengesundheit
Hormontests: Wann sind sie sinnvoll?
Hormonelle Ungleichgewichte können zahlreiche körperliche und psychische Beschwerden auslösen. Bei den folgenden Symptomen ist ein Hormontest sinnvoll.
blut-probe-alkohol-test.jpg       -  Blutuntersuchung zur Bestimmung des Hormonstatus
Foto: Marijan Murat, picture alliance/dpa | Blutuntersuchung zur Bestimmung des Hormonstatus
Susan Lehmann
 |  aktualisiert: 02.04.2025 11:28 Uhr

Zeigen sich körperliche oder psychische Beschwerden, kann ein hormonelles Ungleichgewicht der Grund sein. Die Bestimmung des Hormonstatus durch einen Arzt ist nun sinnvoll. Nicht empfehlenswert sind hingegen kommerzielle Hormontests zur Eigenanwendung.

Störungen im Hormonhaushalt belasten Körper und Seele

Hormone sind Boten- und Signalstoffe, die für verschiedene Stoffwechselprozesse und die Steuerung von Gefühlen zuständig sind, wie das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen berichtet. Unter anderem werden Fettverwertung, Wachstum und Fruchtbarkeit durch sie gesteuert. Auch das Empfinden von Müdigkeit, Glück, Stress oder Freude regeln Hormone. Störungen im Hormonhaushalt äußern sich auf vielerlei Weise:

  • Stimmungsschwankungen

  • allgemeines Unwohlsein

  • Störungen des Haarwuchses

  • Zyklusstörungen

  • Milchausfluss an der Brust

  • Gewichtszunahme

  • Verlust der Libido

Die genannten Beschwerden sind auf eine Störung im Haushalt der Sexualhormone zurückzuführen und können auch Männer betreffen. Darüber hinaus sind Über- und Unterfunktion der Schilddrüse oder Funktionsstörungen der Hypophyse für eine Reihe von gesundheitlichen Auffälligkeiten verantwortlich:

  • Müdigkeit

  • Verstopfung oder Durchfall

  • Haarausfall

  • Hautveränderungen

  • depressive Verstimmungen und Depressionen

  • Nervosität

  • Herzrasen

  • Gewichtszu- oder -abnahme

  • Schlaflosigkeit

  • Schwindel

  • Erbrechen

  • dauerhafte Müdigkeit

  • Kälteempfindlichkeit

Die Liste an möglichen Beschwerden aufgrund einer hormonellen Störung ist lang und kann daher an dieser Stelle nicht vollständig abgebildet werden. Charakteristisch sind in jedem Fall Symptome, die sich nicht eindeutig einer Erkrankung zuordnen lassen.

Wann sind Hormontests zu empfehlen?

Die Uniklinik Ulm empfiehlt eine Hormonanalyse beim Frauenarzt beim Auftreten der oben genannten Symptome. Dies gilt auch, wenn sie augenscheinlich den typischen Wechseljahresbeschwerden zugeordnet werden können. Grundsätzlich sind Hormontests für folgende Personengruppen sinnvoll:

  • Frauen, die unter starken Wechseljahressymptomen leiden

  • Frauen, die vorzeitige Wechseljahressymptome zeigen

  • Männer mit Potenz- und Blasenbeschwerden

  • Männer mit Verlust der Libido

  • ungewollt kinderlose Paare

  • Personen, die unter plötzlicher Reizbarkeit, Müdigkeit, Kraftlosigkeit, Unruhe und ähnlichen Symptomen leiden

Im Rahmen des ärztlichen Hormontests werden je nach Alter und Symptomen verschiedene Hormone überprüft:

  • Östrogene: Sie regeln den weiblichen Zyklus und sind für das typisch weibliche Erscheinungsbild verantwortlich.

  • Progesteron: Ein Mangel kann die Fruchtbarkeit stören sowie Depressionen auslösen.

  • Prolaktin: Das Hormon regelt die Milchbildung in der Stillzeit und sorgt für einen geregelten Zyklus.

  • FSH: Das follikelstimulierende Hormon lässt Eizellen reifen, ein Mangel führt zur Unfruchtbarkeit.

  • Testosteron: Zu viel Testosteron führt bei Frauen zu männlichen Eigenschaften wie der Bildung eines Damenbarts. Männer leiden bei einem zu geringen Testosteronanteil laut der Urologischen Stiftung Gesundheit unter einem Verlust der Libido und der Potenz.

  • Schilddrüsenhormone: TSH, T3 und T4 sind für Stoffwechselvorgänge im Körper verantwortlich. Störungen können Zyklusprobleme, einen gestörten Fettstoffwechsel sowie Störungen bei der Bildung weiterer Hormone auslösen.

  • Stresshormone: Cortisol und Melatonin (Glückshormon) sind für eine ausgeglichene Psyche wichtig.

Was kostet ein Hormontest beim Arzt?

Liegen bestimmte Symptome vor, übernimmt die gesetzliche Krankenkasse die Kosten für die Bestimmung des Hormonstatus beim Frauenarzt. Dies ist beispielsweise bei einem unerfüllten Kinderwunsch oder bei starken Wechseljahresbeschwerden der Fall. Auch für Männer gilt: Die Kosten für einen begründeten Hormontest werden durch die Krankenkasse getragen. In der Regel übernehmen auch die privaten Krankenversicherer die Kosten. Wer hingegen ohne medizinische Begründung einen Hormontest durchführen lassen will, muss die Kosten dafür selbst tragen. Sie belaufen sich als individuelle Gesundheitsleistungen (iGel), die von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung in der Gebührenordnung für Ärzte erfasst sind, auf 26,44 Euro pro Einzelwert. Den behandelnden Praxen steht es laut iGel-Monitor frei, den bis zu 2,3-fachen Gebührensatz zu erheben.

Ist die Bestimmung des Hormonstatus auch zu Hause möglich?

Die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie e. V. (DGE) rät von kommerziellen Hormontests, die zu Hause selbst mittels einer Speichelprobe durchgeführt werden können, ab. Zum einen sind diese Ergebnisse ungenau, zum anderen werden Betroffene mit den Ergebnissen allein gelassen. Im schlimmsten Fall zeigen sich Ergebnisse, die auf eine schwere Erkrankung hindeuten, die sich aufgrund der mangelhaften Qualität derartiger Tests jedoch nicht bestätigen muss. Generell ist ein erneuter Hormontest beim Arzt nötig, um die Ergebnisse zu validieren. Menschen, die Fragen zu ihrem Hormonhaushalt haben, sollten sich laut DGE besser von Fachärztinnen und -ärzten für Endokrinologie beraten lassen. Diese können alle nötigen Schritte zur Untersuchung in die Wege leiten.

Übrigens: Frauen sollten sich mit den grundsätzlichen Vorgängen in ihrem Körper beschäftigen, um Abweichungen rasch erkennen zu können. Ob Nachtschweiß, Wechseljahresbeschwerden oder Störungen des Zyklus: Untypische Veränderungen erkennt nur, wer den Normalzustand des Körpers und seiner Funktionen richtig einschätzen kann.

 
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