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Frauengesundheit
Hormonelles Ungleichgewicht -Anzeichen erkennen und effektiv behandeln
Unreine Haut, Haarausfall und Stimmungsschwankungen - das sind typische Symptome eines hormonellen Ungleichgewichts. Doch welche Ursachen stecken dahinter und was hilft wirklich?
AdobeStock_209943850.jpeg       -  Hautprobleme wie Pickel liegen oft an einem hormonellen Ungleichgewicht. Doch wie entsteht ein Hormonungleichgewicht und was kann helfen?
Foto: New Africa, stock.adobe.com (Symbolbild) | Hautprobleme wie Pickel liegen oft an einem hormonellen Ungleichgewicht. Doch wie entsteht ein Hormonungleichgewicht und was kann helfen?
Nina Feger
 |  aktualisiert: 01.04.2025 17:19 Uhr

Hormone steuern nahezu alle wichtigen Prozesse im weiblichen Körper – von der Stimmung über den Stoffwechsel bis hin zur Fortpflanzung. Wenn dieses empfindliche System aus der Balance gerät, können Hormonstörungen entstehen, die nicht nur körperliche Beschwerden, sondern auch seelische Auswirkungen haben. Wie ein hormonelles Ungleichgewicht entstehen kann, welche Folgen es mit sich bringt und was dagegen helfen kann, zeigt der folgende Artikel.

Ursachen eines hormonellen Ungleichgewichts

Wenn ein Hormon im Körper der Frau zu viel, zu wenig oder gar nicht mehr produziert wird, kann das die Balance schnell durcheinander bringen. Im weiblichen Körper werden fast 50 verschiedene Hormone gebildet, die eine Vielzahl an wichtigen Funktionen steuern. Laut dem Zentrum für integrative Medizin in Karlsruhe können unterschiedliche Faktoren wie Stress, Ernährung oder auch genetische Veranlagungen zu einem hormonellen Ungleichgewicht führen:

  • Chronischer Stress: Bei dauerhaftem Stress wird vermehrt Adrenalin und Cortisol ausgeschüttet. Ohne ausreichende Erholung kann dies die Hormonbalance erheblich stören. Besonders die Produktion von Östrogen und Testosteron kann laut dem Zentrum für integrative Medizin beeinträchtigt werden, was sich negativ auf das allgemeine Wohlbefinden auswirkt.

  • Anti-Baby-Pille: Der Einfluss der Anti-Baby-Pille auf den eigenen Hormonhaushalt ist den meisten bereits bekannt. Sie kann Symptome wie Stimmungsschwankungen, Erschöpfung, Gewichtsschwankungen und unreine Haut hervorrufen. Dies liegt daran, dass die Pille künstliche Hormone hinzufügt oder die körpereigene Hormonproduktion teilweise ersetzt. Dadurch kann der Körper stark auf die zusätzlichen Hormone reagieren.

  • Vitamin-Mangel: Ein Vitamin-Mangel kann ebenfalls zu hormonellen Ungleichgewichten führen. Vitamine wie Jod sind notwendig, für die Produktion von Schilddrüsenhormonen, während Vitamin D3 eine Schlüsselrolle bei der Steuerung der Hormonproduktion spielt. Fehlt es an diesen wichtigen Nährstoffen, kann dies das hormonelle Gleichgewicht stören.

  • Unausgewogene Ernährung: Ein entscheidender Faktor für einen guten Hormonhaushalt hat unsere Ernährung. Sie liefert nicht nur essenzielle Vitamine, sondern auch Nährstoffe, die für die Hormonproduktion unerlässlich sind. Eine unausgewogene Ernährung kann zu einem Mangel an wichtigen Bausteinen führen, die für die Produktion von Hormonen erforderlich sind.

  • Umwelteinflüsse: Auch Umwelteinflüsse, wie Pestizide, Weichmacher und Parabene, können das hormonelle Gleichgewicht schädigen. Besonders bei der Wahl von Waschmitteln sowie Haut- und Haarpflegeprodukten ist es daher wichtig, auf die Inhaltsstoffe zu achten, um ungewollte hormonelle Störungen zu vermeiden.

  • Alterungsprozess des Körpers: Mit dem Alter können natürliche Hormonumstellungen auftreten, die das hormonelle Gleichgewicht beeinflussen. Besonders in den Wechseljahren können sich laut des Ratgebers des Norddeutschen Rundfunks Symptome durch die verminderte Produktion von Östrogen und Progesteron zeigen.

Wie erkennt man ein hormonelles Ungleichgewicht?

Laut dem Zentrum für integrative Medizin in Karlsruhe können verschiedene Symptome auf ein hormonelles Ungleichgewicht hinweisen:

  • Haarausfall

  • Stimmungsschwankungen und Depressionen

  • Schlafstörungen und chronische Müdigkeit

  • Unregelmäßiger Zyklus

  • Unfruchtbarkeit

  • Hautprobleme

  • Stark schwankendes Körpergewicht

Diese Anzeichen sind jedoch nicht immer eindeutig und können auch auf andere gesundheitliche Probleme hindeuten. Daher wird vom Zentrum für integrative Medizin geraten in jedem Fall ein ärtztliches Gespräch zur Aufklärung aufzusuchen.

Schwerwiegende Folgen eines Hormonungleichgewichts

Ein hormonelles Ungleichgewicht kann weitreichende Auswirkungen auf den Körper haben, die über die üblichen Symptome wie Stimmungsschwankungen oder Schlafstörungen hinausgehen. Wenn das Ungleichgewicht unbehandelt bleibt, können schwerwiegende gesundheitliche Probleme auftreten, die nicht nur das körperliche Wohlbefinden beeinträchtigen, sondern auch die Lebensqualität erheblich einschränken. Laut IQWiG und der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie können folgende Krankheiten entstehen:

  • Schilddrüsenüberfunktion und Schilddrüsenunterfunktion: Die Schilddrüse spielt eine entscheidende Rolle im Stoffwechsel. Wenn sie zu viele Hormone produziert, wird der Stoffwechsel überaktiv, was zu einer Schilddrüsenüberfunktion führen kann. Typische Symptome sind laut IQWiG Herzrasen, Durchfall und unerklärlicher Gewichtsverlust. Im Gegensatz dazu kann eine Schilddrüsenunterfunktion auftreten, wenn die Schilddrüse zu wenig Hormone produziert. Dies verlangsamt den Stoffwechsel, was zu Müdigkeit, Konzentrationsschwächen und einem allgemeinen Gefühl der Erschöpfung führen kann.

  • Diabetes mellitus Typ 1 und Typ 2: Ein weiteres hormonelles Ungleichgewicht, das erhebliche Folgen haben kann, ist Diabetes mellitus. Bei Typ 1 Diabetes wird kaum oder gar kein Insulin produziert, was den Zuckerhaushalt des Körpers durcheinanderbringt. Bei Typ 2 Diabetes produziert der Körper zwar Insulin, doch die Zellen reagieren nicht mehr ausreichend darauf, was dazu führt, dass der Zucker nicht aus dem Blut aufgenommen werden kann und der Blutzuckerspiegel steigt.

  • Depressionen: Ein hormonelles Ungleichgewicht kann auch zu Depressionen führen. Laut Professor Dr. med. Jörg Bojunga, Vize-Präsident der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie, können dauerhaft hohe Adrenalin- und Cortisolspiegel im Blut Schlafstörungen und depressive Symptome begünstigen, die das emotionale Wohlbefinden erheblich beeinträchtigen.

  • PCO-Syndrom: Das PCO-Syndrom (polyzystisches Ovarsyndrom) ist eine häufige hormonelle Erkrankung bei Frauen im gebärfähigen Alter. Laut Untersuchungen des Universitätsspitals Zürich haben 6-18 Prozent aller Frauen im gebärfähigen Alter damit zu kämpfen. Das Syndrom kann zu einer Vielzahl von Symptomen führen, darunter Menstruationsstörungen, unerklärliche Gewichtszunahme und Fruchtbarkeitsprobleme.

3 Tipps um ein hormonelles Ungleichgewicht zu behandeln

  1. Vitaminreiche und ausgewogene Ernährung

  2. Regelmäßige Bewegung

  3. Psychsiche Balance

1. Eine vitaminreiche und ausgewogene Ernährung

Eine ausgewogene Ernährung ist das A und O für das allgemeine Wohlbefinden. Doch welche Vitamine und Nährstoffe sind essenziell für ein hormonelles Gleichgewicht? Laut Uwe Nabielek, Facharzt für Frauenheilkunde, und der AOK können sich folgende Vitamine positiv auf den weiblichen Hormonhaushalt auswirken:

  • Vitamin B6 kann besonders bei PMS-Beschwerden helfen. Laut Nabielek sind Frauen, die die Anti-Baby-Pille einnehmen oft von einem niedrigen Vitamin-B6-Spiegel betroffen.

    • Lebensmittel: Thunfisch, Lachs, Rind, Avocado, Brokkoli

  • Vitamin D ist elementar für unsere Knochengesundheit und kann bei einem Mangel im Alter Osteoperose begünstigen. Weitere Mangelersscheinungen können auch Müdigkeit und verstärkte PMS-Symptome sein.

    • Lebensmittel: Fettreicher Fisch, Eier, Leber, Sonnenlicht

  • Vitamin E wirkt als Antioxidans und kann entzündliche Prozesse im Körper reduzieren. Insbesondere in der Schwangerschaft und während der Stillzeit sollte laut AOK auf eine ausreichende Vitamin E Einnahme geachtet werden.

    • Lebensmittel: Nüsse, Samen, pflanzliche Öle, Süßkartoffel

  • Vitamin C ist eines der wichtigsten Antioxidantien im Körper und spielt eine zentrale Rolle in zahlreichen Prozessen im Körper. Es stärkt das Immunsystem, unterstützt die Wundheilung und schützt die Zellen.

    • Lebensmittel: Petersilie, Paprika, Beeren, Brokkoli

  • Vitamin B12 ist für die Energieproduktion und die Bildung roter Blutkörperchen elementar. Hormonelle Schwankungen oder die Einnahme der Pille können zu einem Mangel führen. Ein besonders großes Risiko für einen Vitamin B12-Mangel haben laut Nabielek Vegetarier und Veganer, wie auch Schwangere und Stillende.

    • Lebensmittel: Fleisch, Fisch, Eier, Milchprodukte

  • Omega-3-Fettsäuren unterstützen laut Dr. Marquardt, Facharzt für innere Medizin, die Produktion von Hormonen und tragen zur Stabilisierung der Zellmembran bei. Dies ist besonders in der Kommunikation zwischen Hormonen und Zellen wichtig. Laut einer Studie der Universität von Pernambuco können sich PMS-Symptome durch die regelmäßige Einnahme von Omega-3-Fettsäuren innerhalb von 3-6 Monaten signifikant mindern.

    • Lebensmittel: Algen, Goji-Beeren, Kakaonibs, Ingwer, Hanfsamen

  • Eisen ist laut Uwe Nabielek das häufigste Spurenelement im Körper und entscheidender Nährstoff für einen ausgeglichenen Hormonhaushalt bei Frauen. Es spielt eine wichtige Rolle bei der Sauerstoffversorgung der Zellen und ist laut Dr. Marquardt essenziell für die Produktion von Schilddrüsenhormonen, die den gesamten Stoffwechsel und viele hormonelle Prozesse regulieren. Bei der Einnahme von Eisen sollte laut AOK auch Vitamin C eingenommen werden, um eine bessere Eisenaufnahme zu unterstützen.

    • Lebensmittel: Leber, Sojabohnen, Spinat, Haferflocken

2. Regelmäßige Bewegung und Hobbys

Regelmäßige Bewegung und Freizeitaktivitäten sind entscheidend für das Wohlbefinden, da sie die Produktion von Dopamin, Serotonin und Endorphinen fördern – Neurotransmitter, die das Stimmungsbild positiv beeinflussen. Laut Experten der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie hat Dauerstress erhebliche Auswirkungen auf das Hormongleichgewicht. Stresshormone wie Cortisol können langfristig zu einer Störung des hormonellen Gleichgewichts führen, was sich negativ auf Körper und Geist auswirkt. Bewegung und regelmäßige Freizeitaktivitäten können diesen negativen Effekten entgegenwirken.

3. Psychische Balance

Chronischer Stress hat einen signifikanten Einfluss auf den Hormonhaushalt, indem er die Produktion von Stresshormonen wie Cortisol und Adrenalin erhöht, was zu einem Ungleichgewicht führen kann. Entspannungstechniken wie Achtsamkeit, Meditation und Yoga können helfen, den Stresspegel zu senken und das emotionale Gleichgewicht zu fördern. Eine Studie des Max-Planck-Instituts belegt, dass regelmäßige Meditation und Achtsamkeitstraining die Cortisolwerte signifikant senken und somit zu einer besseren Hormonregulation beitragen.

 
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