
TSV Großbardorf – Würzburger FV
(Freitag, 18.30 Uhr, Bioenergie-Arena)
"Auf dem Feld, da werde ich 90 Minuten lang ganz Würzburger sein. Da interessiert die Vergangenheit nicht", sagt Christian Dietz. Der 27-Jährige, der vier Jahre lang Keeper beim TSV Großbardorf (3./14) war, steht seit dieser Saison beim Würzburger FV (13./6) zwischen den Pfosten. "Ich fand den Verein schon immer interessant", sagt der Jurist, der schon vor einigen Jahren bei den Zellerauern mittrainieren durfte, als er zum Studieren in die Stadt kam. Seit März lebt er hier mit seiner Freundin zusammen und arbeitet an der Uni und an seiner Doktorarbeit in Zivilrecht. Durch den Umzug und den Abgang von André Koob zum Regionalliga-Aufsteiger TSV Aubstadt wurde auch der WFV wieder interessant für Dietz, der "nach einer neuen Herausforderung suchte" und seinen Wechsel "auf keinen Fall bereut".
In Großbardorf hatte er sich in seinem ersten Jahr hinter dem erfahrenen Keeper Marcel Wehr einreihen müssen. Als dieser verletzungsbedingt ausfiel, kam er vermehrt zum Zug, spielte die Rückrunde der Saison 2018/19 quasi durchgängig. Bei den Zellerauern, wo er mit Daniel Baumann und Neuzugang Julian Koch ein Triumvirat bildet, kam er in fünf von sechs Ligaspielen zum Einsatz.
Laut Trainer Berthold Göbel soll der Mellrichstädter auch am Freitagabend auf dem Platz stehen, um die Grabfelder, die dem WFV aus irgendeinem Grund nicht zu liegen scheinen, zu ärgern. Seit 2013 gelang den Blauen kein Sieg mehr gegen Großbardorf, dennoch sagt Göbel: "Das ist ein Spiel wie jedes andere. Wir haben keine Angst." Verzichten muss der 50-Jährige auf Felix Eberhardt, Patrick Hofmann (studienbedingt vereist) und Tim Lorenz. Der Kapitän laboriert an einer Muskelverletzung am Oberschenkel, kann aber nach einem Arztbesuch Entwarnung geben: "Ein Muskelfaserriss ist es jedenfalls nicht. Aber es kann schon noch ein bis zwei Wochen dauern, bis die Verhärtung wieder weg ist." Moralisch wird der 26-Jährige sein Team auf der Auswärtsfahrt dennoch unterstützen ("Ich werd' von Anfang an im Bus dabei sein") und wahrscheinlich auch am Abend die Fäden in der Hand halten.
Denn egal wie die Partie ausgeht, im Anschluss haben die WFV-Neuzugänge auf jeden Fall noch einen großen Auftritt. Bei der Einstandsparty an der Mainaustraße findet das traditionelle Kabinen-Singen statt, bei dem die neuen die altgedienten Spieler mit einer Darbietung überzeugen müssen. Hat Dietz sich darauf schon vorbereitet? "Ich werde improvisieren. Immerhin soll die Mannschaft ja auch was zu lachen haben."