
"Das war vielleicht das wichtigste Spiel der Saison", befand Ettlebens Trainer Stefan Riegler nach dem Duell in der Fußball-Bezirksliga Ost mit der SG Eltmann. Und man merkte ihm und seinen Spielern, die nach dem Abpfiff laut gejubelt hatten, an, welcher Druck gerade abgefallen war. Auf der anderen Seite lagen oder saßen Spieler der SG mit gesenktem Blick auf dem Boden, Trainer Strätz versuchte, die Seinen aufzubauen, hatte aber selbst noch an der Partie zu knabbern. Mit 2:0 (1:0) hat der TSV Ettleben den Aufsteiger aus den Haßbergen am vergangenen Samstag bezwungen und drei ganz wichtige Punkte im Kampf um den Klassenerhalt eingetütet. Bisher hatte Ettleben 2025 kein Spiel gewonnen, zuletzt gab es eine 0:5-Packung beim TSV Trappstadt. Mit einer Niederlage gegen die SG wäre der Abstand zu Eltmann (13./18 Punkte) und den Abstiegsrängen auf zwei Zähler zusammengeschmolzen. Durch den Sieg aber hat Ettleben ihn auf acht Zähler vergrößert.
125 Jahre wird der TSV in diesem Jahr alt, da würde sich ein Abstieg gar nicht gut in der Historie machen. "Der Druck war groß. Aber wir wussten, dass es ja auch für Eltmann um alles geht. Es war klar, dass es kein schönes Spiel werden und sehr viel über den Kampf gehen wird", fasste Riegler die Ausgangslage trefflich zusammen. Denn es entwickelte sich eine kampfbetonte, hektische Partie mit vielen Fouls, Nickeligkeiten und Spielunterbrechungen. Und sehr wenig Torchancen. Ein Kopfball der Gastgeber strich nach sechs Minuten am SG-Tor vorbei, ein anderer flog über den Querbalken (21.). Auf der Gegenseite zielte Eltmanns Dominik Preissner genau auf Marcel Faulhaber, der erneut das TSV-Tor hütete. Das war's. Als alle sich schon auf ein 0:0 zur Pause eingestellt hatte, unterlief den Gästen ein folgenschwerer Ballverlust in der eigenen Hälfte, den Christian Sokal zur Führung nutzte (45.+1).
Zwei entscheidende Fehler – und die Big Points waren für Eltmann futsch
"Wir haben zwei entscheidende Fehler gemacht", sagte Strätz und meinte neben dem Ballverlust vor dem 0:1 noch die Szene, die zum Foulelfmeter führte, den Jannik Pfeuffer zum 2:0 verwandelte (70.). Weil Eltmann offensiv zu harmlos agierte und zu wenig Chancen kreierte, war der Sieg des TSV, der am Ende noch einige Konterchancen liegen ließ, verdient und nie ernsthaft in Gefahr. "Wir haben keinen Ball über die Kette bekommen und so unsere schnellen Spieler nicht einsetzen können", ärgerte sich Strätz, gab sich aber gleich auch kämpferisch: "Es ging natürlich um Big Points. Und ich glaube, dass etwas drin gewesen wäre für uns. Aber wir haben noch alles selbst in der Hand." Nächste Woche steht das Aufsteigerduell gegen Türkiyemspor SV-12 Schweinfurt an, das auf einem Abstiegsplatz rangiert. "Das müssen wir gewinnen."
"Wir sind froh, dass es heute gut gelaufen ist", resümierte derweil ein entspannter Stefan Riegler. "Wir haben es letztlich erzwungen und verdient gewonnen. Jetzt kommen andere Kaliber. Aber wenn man viel kämpft und arbeitet, kann man überall was holen." Am kommenden Samstag reist sein TSV Ettleben zu Spitzenreiter Bad Kissingen.
Fußball: Bezirksliga Ost, Männer
TSV Ettleben – Sp.Gschft. Eltmann 1:0 (2:0)
Ettleben: Mar. Faulhaber – Vollert, Wehner, Rückert, Pfeuffer (84. Hedrich), Sokal (64. Michel), Müller (77. Mosandl) , Kehrlein, Stahl (89., L. Rottmann), Man. Faulhaber, T. Rottmann (85. Pfister).
Eltmann: Kapitz – Schmidt (50. Fösel), Kaiser, Thomann, Preissner (83. J. Kaiser), Senghore, Fischer, Kolenda, Söldner, Fösel, Hochrein.
Schiedsrichter: Rene Kohl (Gochsheim). Zuschauende: 150. Tore: 1:0 Christian Sokal (45.+1), 2:0 Jannik Pfeuffer (70., Foulelfmeter). Gelb-Rot: Lorenz Söldner (87., Eltmann, wdh. Foulspiel).
Außerdem spielten am Samstag in der Bezirksliga Ost:
FC Gerolzhofen – TSV Altbessingen 4:2 (1:2)
FC Sand – TSV Gochsheim 4:3 (2:0).