Das Partnerschaftskomitee Rottendorf reiste ins Städelmuseum zu "Rembrandts Amsterdam". Diese Stadt wuchs damals, wurde reich durch ihre Schiffsflotte und globalen Handel. Nach dem 30-jährigen Krieg krempelte man die Ärmel hoch und begann zu kolonisieren.
Angesehene Bürger griffen tief in die Tasche, um sich zu verewigen, die Tafeln mit Honoratioren erlebten eine Blüte. So kann man noch heute sehen, wie die Waisen versorgt wurden, häufiges Schicksal. So grassierte die Lepra, wie das riesige Gemälde von deren jährlichem Umzug an Dreikönig zeigt.
Man erhält einen Eindruck von den Gefängnissen. Zur Resozialisierung mussten die Straftäter im Zuchthaus arbeiten. Sehr interessant auch der Berufsstand des Chirurgen, damals kein Arzt. Er ließ zur Ader, zog Zähne, schnitt Haare etc. Damit Operationen gelangen, war er gehalten, sich fortzubilden, zum Beispiel beim Sezieren zum Tode verurteilter Schwerverbrecher.
Goldene Zeiten? Jede Medaille hat immer zwei Seiten. Eine einfühlsame Radierung erzählt von der jungen Dänin, die statt Arbeit zu finden, mit der Vermieterin in Streit geriet, was für beide tödlich endete. Abschließend erfuhr man noch von der hanebüchenen Rechtlosigkeit von Frauen.
Von: Anke Schneider (für das Partnerschaftskomitee Rottendorf)