
Beeindruckende Fakten über die Jagd rund um Goßmannsdorf bot vor kurzem der "Tag der Goßmannsdorfer". Der örtliche Jäger Volker Schmidhuber nahm die 35 Gäste - darunter viele Kinder - mit in seine Welt, die der Bevölkerung normalerweise verborgen bleibt. So erzählte der 38-Jährige, dass sich sein Revier fast über die gesamte Fläche der einst selbstständigen Gemeinde Goßmannsdorf erstreckt, also über 500 Hektar. Das entspricht etwa 700 Fußballfeldern.
Passend zum Osterfest in Kürze freute sich Schmidhuber, dass es auf den Feldern im Gegensatz zu früher "wieder viele Hasen gibt". Wer in diesen Tagen junge Hasen entdecke, sollte sie aber "auf keinen Fall anfassen". Ansonsten bestehe die Gefahr, dass sie von den Elterntieren verstoßen werden.
Der "Tag der Goßmannsdorfer" ist eine Veranstaltungsreihe des TSV Goßmannsdorf, der der Bevölkerung die Besonderheiten und Potenziale des Ortes vor Augen führen soll. Beim jüngsten Info-Spaziergang ging Jäger Schmidhuber auch intensiv auf das Rehwild ein. So sei der Fuchs der größte Feind der Rehkitze. Schmidhuber zeigte eine sogenannte Scheuche, mit der die Rehe dazu gebracht werden, ihre Jungtiere aus den Äckern zu holen, bevor der Mähdrescher anrückt.
Auch eine Salzlecke für die Versorgung des Rehwilds mit Mineralien, allerlei Gehörn von Rehböcken, Futterstellen für Rebhühner sowie Präparate von Fuchs, Marder und Dachs zeigte Schmidhuber den Gästen. In seinem Revier gebe es bis zu 60 Rehböcke, so Schmidhuber.
Schwarzwild, also Wildschweine, seien rund um Goßmannsdorf mittlerweile kein so großes Problem mehr wie früher, sagte er. Wichtiges Hilfsmittel bei der Jagd seien die 35 Hochsitze, die Schmidhuber in seinem Revier hat und die er selbst baute. Auch auf Einsätze mitten in der Nacht wegen Wildunfällen auf den Straßen ging der Jäger ein.
Wegen der mitunter hohen Ausgaben für Futter und anderen Bedarf sei die Jagd grundsätzlich "ein Drauflegegeschäft", gestand Schmidhuber. Aber aufs Geld komme es nicht an: Wer Jäger sei, sei es von Herzen und immer mit Hingabe zur Natur.
Weitere Infos: www.tsvgossmannsdorf.com/tagdergossmannsdorfer
Von: Jürgen Haug-Peichl (Öffentlichkeitsarbeit/Projekte, TSV Goßmannsdorf 1896)
