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Höchberg
Warum die Kabarettistin Teresa Reichl gern ein Kiesel im Schuh von Markus Söder sein will
Teresa Reichl singt unter anderem über einen Tampon.
Foto: Marc Hoinkis | Teresa Reichl singt unter anderem über einen Tampon.
Marc Hoinkis
 |  aktualisiert: 04.04.2025 02:40 Uhr

Teresa Reichl hat mit ihren nicht einmal 30 Jahren schon einige Kabarett-Preise abgeräumt. Und obwohl sie die Säle vor allem mit jungen Menschen füllt, spricht sie doch Themen an, die uns alle etwas angehen. In ihrem neuen Programm "Bis jetzt" erzählt sich von ihrem Leben in Form einer Aventüre, also einer mittelalterlichen Heldinnenreise. Die es freilich in echt so nie gab, weil.... Männer! Die Kulturscheune Höchberg war ausverkauft. Und das aus gutem Grund, denn ein Abend mit Teresa Reichl lohnt sich immer.

Als Frau im Bierzelt eine Maß exen

Teresa erklärt uns, wie es ist, in einem bayerischen Dorf lesbisch zu sein und als Frau im Bierzelt eine Maß zu exen. Sie erzählt von Freundschaft und Liebe. Auch die CDU kommt nicht zu kurz: Die Kabarettistin wünscht sich, mit ihrem Beitrag zur Genderdebatte wie ein kleiner Kiesel im Schuh von Markus Söder zu sein: Immer irgendwie da und schwer zu ignorieren.

Ein großes Thema sind außerdem das Uni-Leben und Staatsexamen der studierten Lehrerin, bei der auch ihr exorbitantes Wissen über Literatur zum Scheinen kommt. Wer Teresa Reichl schon von ihrem YouTube-Kanal kennt, weiß, dass sie quasi alles gelesen hat und eine besondere Beziehung zu Thomas Mann pflegt. Dieser habe "die schlimmsten Fans, nach Jesus und Fußball."

Über ihr Kabarett-Programm hinaus möchte sie mit ihrem Buch "Muss ich das gelesen haben?" einen neuen literarischen Kanon etablieren, der die Werke von Menschen aller Geschlechter anerkennt. Ergibt Sinn. Wieso machen wir das nicht einfach?

Ganz nah am Publikum

Teresa Reichl beeindruckte in der Kulturscheune Höchberg.
Foto: Marc Hoinkis | Teresa Reichl beeindruckte in der Kulturscheune Höchberg.

Teresa Reichl wirkt so vertraut, als wäre man schon lange mit ihr befreundet. Sie schüttet auf der Bühne ihr Herz aus und redet frei über alles, was sie bewegt. Auch, wenn es mal intim wird. So wissen wir nun, was das "Lesbian Sheep Syndrom" ist und warum Sie an zwei Fingern die Nägel kurz lässt (zum Basteln, natürlich). Auch ihre Depression wird zum Thema – natürlich darf auch hier gelacht werden. 

Mit ihrer Ehrlichkeit trifft sie einen Nerv. Denn in einer Welt voller Instagram-Filter und Misogynie, also Frauenfeindlichkeit, zeigt sie, was sich hinter all dem verbirgt. Und wie man dem Ganzen noch einen Lacher abgewinnen kann.

Denn so niederschmetternd das alles auch manchmal sein mag: Teresa Reichl erinnert uns daran, dass man der Scheiße etwas entgegensetzen kann. Ein großes Danke dafür!

 
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