
Der Pavillon-Bau an der Schule ist abgerissen, der Anfang zur Umwandlung der Schule in einen Kindergarten gemacht. Drei Millionen Euro kommen auf die Gemeinde zu, prognostiziert Bürgermeister Wilfried Saak den aktuellen Stand. "Das Wünschen wird sehr, sehr schwierig. Wir müssen uns auf die Pflichtaufgaben konzentrieren", so Saak. Die deutlich positive Entwicklung der Gewerbe- und Einkommensteuer täusche angesichts steigender Kosten für Personal und Kreisumlage. Ein Rest von nur noch 200.000 Euro an Rücklage und die Notwendigkeit, für den Kindergartenbau dann Kredite aufzunehmen, untermauerten das.
Es gehe in kleinen Schritten weiter. Bis Jahresende fertig gestellt sein sollen die neuen Parkplätze am Malipiero-Platz und am Ende der Rathausgasse. Viele Projekte aus 2024, die den rund 100 Interessierten zur Bürgerversammlung präsentiert wurden, setzen sich fort. So erfordere der Glasfaser-Ausbau in der Hauptstraße demnächst 13 Querungen. Dazu werde die Durchfahrt an vier Wochenenden komplett gesperrt. Die gute Nachricht: 370 Haushalte hatten sich für einen Glasfaseranschluss entschieden, sodass die Telekom den Ausbau als Eigenprojekt übernimmt und die Gemeinde finanziell außen vor bleibt. Gute Nachrichten auch zum Miltenberger-Haus: die Förderung wird höher ausfallen, der Gemeindeanteil liege aktuell bei gut einer Million Euro. Ins Auge gefasst werden müssten dann die Ertüchtigung des Feuerwehrhauses und Straßensanierungen, unter anderem die Industriestraße.
Großen Applaus gab es für den Erhalt des Lebensmittelladens, der die Gemeinde seit 2021 beschäftigt habe, bis hin zu Plan B als Neubau vor den Toren. Saak sieht die Rettung allerdings noch nicht als zukunftsfest. "Wir haben den Laden und eine Betreiberin, aber zu so günstigen Preisen gibt es keine Renovierung", verdeutlichte er die Lage.
Renovierung war auch das Stichwort für die von der Turn- und Sportgemeinde (TSG) betriebenen und unterhaltenen Gebäude. Es sei eine ganz seltene Konstruktion, dass dies alles von einem Verein geleistet wird, was normalerweise die Kommunen leisten. Mit Auslaufen des Pachtvertrags habe sich die Gemeinde das in die Jahre gekommene Sportheim An der Tränk "rückübertragen" lassen. Und für die Jahnhalle war eine Befunduntersuchung zur Sanierung (50.000 Euro) mit 19.000 Euro mitfinanziert worden, weil "mehr als nur etwas Pflege" nötig sei.
Sechs Monate muss es laufen, dann werde Zwischenbilanz gezogen und über Verbesserungen beraten, fasste Saak die vielen Reaktionen zur neuen Parkregelung im Rahmen des Verkehrsentwicklungskonzepts zusammen. Sehr begrüßt wurde das Durchfahrtsverbot am Wochenende, wenngleich es noch sehr mangelhaft beachtete werde. Die 30-Minuten-Parkzeit für die Hauptstraße galt dagegen als zu kurz, hatte Inge Eilers etliche Situationen gerade für ältere Bürger dargelegt. Es war Pfarrerin Irene Maier, die mit der Konsequenz "Viertelstunden-Gottesdienste" die teils erheiterte Diskussion krönte.
Auch die Abschaltung der Straßenlaternen beschäftigt weiter. Bewegungsmelder, wie von Ralf Bergmann vorgeschlagen, seien für den Ortskern nicht praktikabel. Aber, dass am Wochenende nicht mehr abgeschaltet wird, sei eine Überlegung wert, so Saak. Aktuell stehe jedoch die Entscheidung an, wie der Altort künftig beleuchtet wird, mit helleren und sparsameren LED-Lampen, oder mit den weniger sparsamen, gelblicheren Leuchten. Wenn er Helfer brauche, stellte er fest, habe er sofort Resonanz. Bei Meinungsumfragen mangele es dagegen an Feedback. Die Abstimmung aber war deutlich: Sommerhausen will und braucht das wärmere Licht für seinen Charme. Es "wäre nicht mehr die besondere Zeitkapsel, die es jetzt ist", befürchtete Bergmann.
