
Eine weiterhin hohe Zahl an laufenden Bauprojekten schlägt sich zwangsläufig im Etatentwurf der Gemeinde Waldbrunn für das Jahr 2025 nieder. Dennoch schließt das von Kämmerer und Geschäftsleiter Jan Kimmich vorgelegte Zahlenwerk im Gesamtvolumen von knapp über 16,3 Millionen Euro rund 1,2 Millionen Euro unter dem Ansatz des Vorjahres.
Bemerkenswert dabei: Die starke Umlagekraft der Gemeinde löst eine um 63 Prozent höhere Kreisumlage sowie um 62 Prozent gesunkene Schlüsselzuweisungen zum Vorjahr aus und verursacht in der Summe ein Einnahmen-Minus von 1,8 Millionen Euro.
Zweitgrößte Einzelausgabe des Verwaltungshaushalts nach der auf 2,2 Millionen Euro gestiegenen Kreisumlage ergibt sich aus dem Personalkostenzuschuss für die Kinderbetreuung. Dieser beläuft sich auch 2025 auf über 1,6 Millionen Euro. Dem stehen nur knapp über eine Million an Zuweisungen vom Land entgegen.
In seiner Beurteilung geht Kämmerer Kimmich jedoch von einer grundsätzlichen Stabilisierung des Verwaltungshaushalt bei 8,61 Millionen Euro aus. Dies sei einer guten Einnahmenstruktur bei den Einkommens- sowie der Gewerbesteueranteilen zu verdanken. Die erfreulichen Einnahmen können die laufenden Kosten und die Kostensteigerungen nicht nur ausgleichen, sondern ermöglichen sogar eine positive Zuführungsrate.
Im Ergebnis ergibt sich im Verwaltungshaushalt eine freie Finanzspanne von 328.100 Euro, die dem 7,69 Millionen Euro umfassenden Vermögenshaushalt für Investitionen zugeführt werden kann. Für die im Finanzplan bis 2028 berücksichtigten Folgejahre geht der Kämmerer jeweils von möglichen Zuführungen im hohen sechsstelligen Bereich aus. Die Beschlüsse zum Etatentwurf sowie der Haushaltssatzung 2025 mit Haushalts- und Finanzplan samt Anlagen erfolgten durch den Gemeinderat jeweils einstimmig.
Ohne Kredite lassen sich die Vorhaben nicht verwirklichen
Im Gegensatz zum Vorjahr, mit 8,81 Millionen Euro, liegt die Summe des Vermögenshaushalts mit 7,7 Millionen Euro wegen der getätigten Investitionen, allen voran zur Fertigstellung der Haselberghalle (HBH), nochmals in einem ähnlichen Bereich. Mit nahezu 4,5 Millionen Euro dominiert das HBH-Vorhaben den Vermögenshaushalt. Und selbst für die Gemeinde Waldbrunn stelle dies einen Umfang dar, der kurzfristig nicht ohne Kredite zur Zwischenfinanzierung realisiert werden könne, verdeutlichte der Kämmerer.
Das weitere städtebauliche Projekt "Umbau und Sanierung des Klosterhofs" wird nach Kimmichs Prognose im Jahr 2025 sowie in den Finanzplanungsjahren 2026 und 2027 hingegen keine größeren Belastungen des gemeindlichen Haushaltes verursachen.
Durch die hohen laufenden Investitionen werden die Rücklagen im aktuellen Haushaltsjahr nahezu vollkommen aufgebraucht. Sie sollen zum Jahreswechsel lediglich noch 100.000 Euro betragen. Durch die prognostizierten Überschüsse aus dem Verwaltungshaushalt, der den laufenden Betrieb umfasst, werden diese aber im Finanzplanungszeitraum bis 2028 jährlich wieder ansteigen.
Durch die nachlassende Bautätigkeit erwartet der Kämmerer wieder eine auf 2,24 Millionen Euro steigende Rücklage. Dies sei für das städtebauliche Projekt "Umbau und Sanierung des Klosterhofes" sowie die ordentliche und gegebenenfalls außerordentliche Tilgung der Kredite aus einer Kreditermächtigung über 1,8 Millionen Euro auch notwendig.
Die zu erwartende finanzielle Situation der Gemeinde im Finanzplanungszeitraum bis 2028 und darüber hinaus schätzen Kimmich und Bürgermeister Markus Haberstumpf (CSU) trotz der aktuell noch hohen Investitionstätigkeit als stabil und sicher ein.