Die Stadtratssitzung wurde mit der Verpflichtung der Ortsprecherin Sylvia Neubert für den Stadtteil Zeubelried, der keinen eigenen Stadtrat stellt, eröffnet. Zwar müsse die Ortssprecherin nicht vereidigt, dafür aber zur Sorgfalts- und Verschwiegenheit verpflichtet werden, so Bürgermeister Peter Juks. Auch Tückelhausen stellt keinen eigenen Stadtrat und wird entsprechend einen Ortsprecher wählen, dessen Verpflichtung nachgeholt werde.
Ein außerordentlicher Tagesordnungspunkt war der erneute Beschluss der vier Maßnahmen des Gemeindeentwicklungskonzeptes, die bereits im April als Gesamtmaßnahme beschlossen worden sind. Grund dafür sei die Absage vom Europäischen Landwirtschaftsfond für die Entwicklung des ländlichen Raumes im August. Es sei das Fehlen von Einzelmaßnahmenbeschlüssen beanstandet worden, so Juks. Die vier Einzelmaßnahmen wurden nach einer längeren Diskussion einstimmig beschlossen. Nun bestehe die Möglichkeit auf eine erneute Bewerbung für die Fördergelder Ende September. Bei den Maßnahmen handelt es sich um die Platzgestaltung Lohweg in Hohestadt, die Neugestaltung des Dorfplatzes in der Ortsmitte in Tückelhausen, den "Verweilort für Jung und Alt" sowie die Gestaltung des Spielplatzes in Zeubelried und den Spielplatzbau in Kleinochsenfurt.
Des Weiteren wurde mit einer Gegenstimme für die Umsetzung der Maßnahmen des Leerstandsmanagements gestimmt. Diese soll in Kooperation mit dem Stadtmarketing unter der Leitung von Geschäftsführerin Julia Moutschka bei einem anteiligen Stundensatz von zehn Stunden pro Woche umgesetzt werden. Dafür soll ein Förderantrag bei der Bund-Länder-Städtebauförderung für drei weitere Jahre mit förderfähigen Kosten in Höhe von circa 75.000 Euro gestellt werden. Die Städtebauförderung sei so ausgelegt, dass der urbane Raum durch Geschäfte belebt werden soll, so Juks. Vorrangiges Aufgabengebiet sei deshalb das Leerstandsmanagement im Bereich der Altstadt. Betroffen seien nur gewerbliche Gebäude.
Sanierung vom Oberen Tor
Außerdem wurde über die Sanierung vom Oberen Tor beraten und mit drei Gegenstimmen beschlossen. Stadtbaumeister Jens Pauluhn betonte, dass es dabei darum gehe, das Stadtbild aufzuwerten: "Wenn wir Privatleuten nahelegen, ihre Gebäude zu sanieren, dann sollte auch die Stadt Ochsenfurt mit gutem Beispiel vorangehen". Eine Nutzung der Türme sei grundsätzlich nicht ausgeschlossen: "Nach der Sanierung könnten die Türme etwa als Jugendherberge oder für private Zwecke genutzt werden", so Juks. Die Kosten für die Sanierung würden sich laut erster Schätzung auf 150.000 Euro belaufen. Eine endgültige Kostenrechnung könne jedoch erst nach weiteren Untersuchungen der Gebäude vorgenommen werden.
Einstimmig und ohne Diskussion kam das Gremium darüber überein, durch Bürgermeister Juks bei der Städtebauförderung einen Förderantrag für die Fortsetzung der Sanierungsberatung zu stellen. Es wird die höchstmögliche Förderung bei geschätzten Kosten von jährlich circa 12.000 Euro für drei weitere Jahre angestrebt.
Kulturschaffende würden sich darüber freuen
Zum Schluss wurde unter anderem über die Sanierung und Instandsetzung des Ehrenhofs diskutiert. Laut Stadträtin Renate Lindner (CSU) würden sich insbesondere Kulturschaffende darüber freuen, dass der Ehrenhof in Bälde wieder für Konzerte zur Verfügung stehen wird. Aufgabe der Planer werde es sein, den Ehrenhof so zu gestalten, dass die Freiheit gegeben sei, Bühnen so aufzustellen, wie es von den Nutzern gewünscht wird, so der Bürgermeister. Es werde auch für Wasseranschlüsse und Abwasserbereiche gesorgt. In Absprache mit dem Landesamt für Denkmalpflege sei angeordnet worden, die Ausgestaltung des Ehrenhofs schlicht zu halten. Ziel sei es, den Arbeitshofcharakter zu erhalten. Schließlich sei der Ehrenhof früher kein repräsentativer Ort gewesen, betont Juks. Die umfangreiche Sanierung und Instandsetzung im Bereich Spitalhof sowie Ehrenhof wurde einstimmig beschlossen.
Anmerkung: In einer ersten Veröffentlichung wurde Stadträtin Renate Lindner fälschlicherweise der Grünen-Fraktion zugeordnet. Wir bitten den Fehler zu entschuldigen.