Vielleicht schafft er es ja: Thomas Rützel (Greußenheim) hat als Direktkandidat der Freien Wähler (FW) für den Stimmkreis Würzburg-Land eng an der Seite seines Freundes Manfred Dülk (Direktkandidat Stimmkreis Würzburg-Stadt) gekämpft. Beide hoffen auf einen Sitz im Bayerischen Landtag; Rützel bleibt dabei aber sehr zurückhaltend, denn von der achten Stelle der Liste müsste er erst einmal vorgewählt werden, und dann sind da ja auch noch die anderen Stimmkreise und Kandidaten, sagt er. Aber schließlich kämpft man ja für sein Ziel – also hat er es leidenschaftlich getan. Am Sonntagabend feierten die Freien Wähler im „Martinez“ in Würzburg.
Der staatliche Finanzbeamte, der in seinem Beruf vor allem mit Immobilien zu tun hat, hat sein privates Hobby, Musik zu machen, längst weit hintenan gestellt. Seit 1996 war er im Greußenheimer Gemeinderat, war Bürgermeister von 2008 bis 2014, ist seit zehn Jahren im Kreisrat. „Wir wollen der CSU beim Regieren helfen“, sagt er und würde gerne FW-Ansichten in einer Koalition umsetzen: den ländlichen Raum stärken mit einem wesentlich besser strukturierten Öffentlichen Nahverkehr, mit Strukturförderprogrammen für Gemeinden, die Bauten aufkaufen statt weiteren Boden zu versiegeln, mit einer Art „Grundsteuer ,C'“ für diejenigen, die ihre Baugrundstücke über Jahrzehnte nicht bebauen, damit nicht die Nachbar-Äcker auch noch für den Häuserbau benötigt werden und auch, um Spekulanten Einhalt zu gebieten. Sein Wahlergebnis erwartet er am Montag.