Erst vor einem Jahr hat der Verkehrsunternehmensverbund Mainfranken (VVM) die Preise für den ÖPNV erhöht. Und jetzt möchte man den Kunden schon wieder in den Geldbeutel langen. Dafür mag es wirtschaftliche Notwendigkeiten geben. Und moderate Preiserhöhungen, wie die jetzt vorgeschlagenen, würden bei vielen Kunden auch keinen allzu großen Widerstand erzeugen.
Und doch: Diese Preiserhöhung kommt zur Unzeit. Während das Wort Klimaschutz in aller Munde ist und auch die Politik erkennt, dass sie beim Schutz des Planeten zu lange gezögert und gezaudert hat, sind Preissteigerungen für öffentliche Verkehrsmittel das falsche Signal, um die Menschen zum Umsteigen auf Busse und Bahnen zu bewegen. Dass viele unter solchen Umständen bereit sind, den eigenen Pkw auch mal stehen zu klassen, darf man wohl bezweifeln.
Schon heute kann man oft genug hören, dass vielen Würzburgern in Stadt- und Landkreis der ÖPNV zu teuer und sein Angebot nicht attraktiv genug ist. Es sieht immer mehr danach aus, dass die Menschen langsam ungeduldig werden, wenn es um den Schutz des Klimas und der Umwelt geht. Sie erwarten umweltfreundliche Alternativen zu den bisherigen Angeboten. Erst wenn sie merken, dass die ÖPNV-Anbieter diesem Wunsch Rechnung tragen, werden sie bereit sein, auch dafür zu bezahlen. Eine Erhöhung der Tarife ist allerdings kein gutes Argument. Genau so wenig wie eine Park-and-Ride-Garage auf einer stadtteilnahen Erholungsfläche.