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Kompostieren im Winter: Nachhaltigkeit auch in der kalten Jahreszeit
Erfahren Sie, wie Ihr Komposthaufen auch bei Kälte aktiv bleibt und im Frühjahr Ihren Garten bereichert.
Mit der richtigen Schichtung klappt auch das Kompostieren im Winter.
Foto: Gettyimages/Helin Loik-Tomson | Mit der richtigen Schichtung klappt auch das Kompostieren im Winter.
Roland Schmitt-Raiser
 |  aktualisiert: 31.12.2024 02:38 Uhr

Kompostieren ist eine umweltfreundliche Methode zur Wiederverwertung organischer Abfälle, die sowohl Gartenabfälle als auch Küchenreste umfasst. Der Prozess basiert auf der natürlichen Zersetzung von organischem Material durch Mikroorganismen, Pilze und Insekten. Diese kleinen Helfer zerlegen das Material in nährstoffreichen Humus, der als Dünger und Bodenverbesserer im Garten eingesetzt werden kann. Doch wie funktioniert Kompostieren im Winter, wenn die Temperaturen sinken und der Boden gefriert?

Wie funktioniert Kompostieren?

Beim Kompostieren wirken Mikroorganismen unter optimalen Bedingungen von Feuchtigkeit, Temperatur und Sauerstoffversorgung. Diese Mikroorganismen, darunter Bakterien und Pilze, sind für den Abbau des organischen Materials verantwortlich. Eine ausgewogene Mischung aus "grünen" Materialien (stickstoffreiche Abfälle wie Gemüse- und Obstschalen) und "braunen" Materialien (kohlenstoffreiche Abfälle wie Laub und Zweige) ist entscheidend, um den Zersetzungsprozess zu fördern.

Warum ist der Winter geeignet?

Auch wenn kalte Temperaturen die Aktivität der Mikroorganismen verlangsamen, kann Kompostierung im Winter durchaus effektiv sein. Der innere Bereich eines gut gepflegten Komposthaufens bleibt oft warm genug, um die Zersetzung fortzusetzen. Zudem sind die organischen Abfälle im Winter in der Regel feuchter, was die Zersetzung unterstützt.

Beim Anlegen eines Komposthaufens ist eine sorgfältige Schichtung entscheidend für einen effizienten Zersetzungsprozess. Beginnen Sie mit einer Basis aus grobem Material wie kleinen Zweigen oder Holzschnitzeln. Diese unterste Schicht sorgt für eine gute Drainage und Belüftung. Darauf folgt eine Schicht aus "braunem" Material, etwa trockenem Laub oder Stroh, die den Kohlenstoffanteil erhöht. Anschließend platzieren Sie eine Schicht "grüner" Materialien, wie frischen Gras- oder Gemüseresten, die für den nötigen Stickstoff sorgen.

Diese Schichtung sollte abwechselnd wiederholt werden, um ein ausgewogenes Verhältnis von Kohlenstoff zu Stickstoff zu gewährleisten, idealerweise im Verhältnis von etwa 30:1. Achten Sie darauf, den Kompost regelmäßig zu befeuchten, um die Mikroorganismen bei ihrer Arbeit zu unterstützen, jedoch ohne den Haufen zu durchnässen. Ein gut geschichteter und belüfteter Komposthaufen fördert die Aktivität der Mikroorganismen und beschleunigt die Umwandlung in wertvollen Humus.

Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Kompostieren im Winter

  • Standort wählen: Platzieren Sie Ihren Komposthaufen an einem geschützten Ort, der vor Wind und starkem Frost geschützt ist.
  • Isolierung hinzufügen: Decken Sie den Komposthaufen mit einer Plane oder einer Schicht aus Stroh ab, um die Wärme zu speichern und vor übermäßiger Feuchtigkeit zu schützen.
  • Materialien sammeln: Sammeln Sie Küchenabfälle, Laub und kleine Zweige. Achten Sie darauf, die Mischung aus grünen und braunen Materialien ausgewogen zu halten.
  • Schichtung beachten: Legen Sie die Materialien in Schichten an, um eine gute Belüftung zu gewährleisten. Eine dicke Schicht brauner Materialien kann als Isolierung dienen.
  • Regelmäßig wenden: Wenden Sie den Kompost alle paar Wochen, um die Sauerstoffzufuhr zu verbessern und den Zersetzungsprozess zu fördern.

Tipps für die Nutzung des Winterkomposts

Im Frühjahr, wenn die Temperaturen steigen, wird der Kompostierungsprozess beschleunigt. Der fertige Kompost kann dann als wertvoller Dünger für Gemüsebeete, Blumen oder Rasenflächen verwendet werden. Er verbessert die Bodenstruktur, erhöht die Wasserspeicherfähigkeit und liefert wichtige Nährstoffe.

Welche Materialien dürfen nicht auf den Kompost?

Die Kompostierung ist ein natürlicher Prozess und birgt wenige Risiken. Allerdings sollten bestimmte Materialien wie Fleisch, Milchprodukte und ölige Speisereste vermieden werden, da sie Schädlinge anziehen können. Achten Sie zudem darauf, dass der Komposthaufen nicht zu nass wird, um Fäulnis zu vermeiden.

Kompost herstellen ist das ganze Jahr möglich

Auch im Winter ist Kompostieren eine lohnende und nachhaltige Praxis. Mit der richtigen Vorbereitung und Pflege kann der Komposthaufen auch in der kalten Jahreszeit aktiv bleiben, sodass Sie im Frühjahr von reichhaltigem, nährstoffreichem Humus profitieren können. So trägt Kompostieren das ganze Jahr über zur Umweltfreundlichkeit und Gartenpflege bei.

 
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