
Das neue Carsharing-Angebot in Randersacker ist startklar. Ein Ford Tourneo Courier steht ganz neu in der Würzburger Straße in Randersacker auf dem reservierten Parkplatz.
Bürgermeister Michael Sedelmayer, künftige Nutzer, vor allem aber Mitglieder von ödp und Aktiver Bürgerschaft bereiteten Julia Zoufal einen neugierigen kleinen Empfang. Zoufal ist für das Carsharing im Unterpleichfelder Autohaus Rumpel und Stark zuständig, das im Verbund mit Ford-Carsharing agiert und mit der APG kooperiert.
Die Anbindung an den ÖPNV sei ein erklärtes Ziel, so Zoufal. Der gelieferte Fünfsitzer, ein kleiner Kompaktwagen mit 125 PS in "bursting green metallic", entspreche der Erfahrung, wonach das Carsharing vor allem für Einkäufe genutzt werde: "Die meisten nutzen Carsharing, weil sie keinen Zweitwagen mehr haben". Auch Jüngere ohne Fahrzeug sowie Ältere, die es zwei bis dreimal im Monat für ihre Fahrten benötigen, gehörten zum Gros der Nutzer, so Zoufal. ödp-Ortsvorsitzende Petra Holl und Marktgemeinderat Alfred Holl (Fraktionssprecher ödp/Aktive Bürgerschaft) entsprechen genau dieser Klientel. Sie wollen, sobald eines ihrer Autos wegfällt, keinen Zweitwagen mehr anschaffen und bei Bedarf Carsharing nutzen.
Familie ohne eigenes Auto
Ein Randersackerer, der bereits sehr auf das Carsharing gewartet hat, ist Sascha Göttling und seine Familie, die gänzlich ohne eigenes Auto auskommt. 2023 aus Berlin zugezogen, war die fünfköpfige Familie inzwischen allerdings drauf und dran, sich doch ein Auto zu kaufen. Nun aber soll erst das neue Carsharing probiert werden. Er und seine Frau arbeiten im Home-Office. Er versuche so viel wie möglich mit dem Fahrrad zu erledigen, was in Randersacker auch ganz gut funktioniere. Aber, Kinder zu den Großeltern nach Würzburg oder zum Fußball zu bringen und auch gegebenenfalls in Würzburg ein Carsharing-Fahrzeug abzuholen sei doch zu zeitaufwändig geworden. Der ÖPNV sei vor allem, wenn man nicht in Würzburg in die Innenstadt will und auch am Wochenende nicht flexibel genug, so Göttling.

Die Spannung ist nun groß, ob das Carsharing-Angebot genügend angenommen wird. Das Fahrzeug befindet sich auf Höhe der Parkplätze des Gasthofs Bären. Dort ist der nördlichste Parkplatz mit dem seit der letzten Novelle der Straßenverkehrsordnung neu eingeführten Zusatzschild "Carsharing" zum Verkehrszeichen "Parken" ausgewiesen und darf nur für das standortgebundene Ford-Carsharing genutzt werden.
App Moqo als Türöffner
Marktgemeinderat Matthias Henneberger (ödp/Aktive Bürgerschaft), der die Idee stringent verfolgt hatte, vermutet auch Firmen und übernachtende Main-Radweg-Touristen als mögliche Nutzer. Die Nutzung von E-Scootern, um den Carsharing-Standort auch von den entlegeneren Wohngebieten flott zu erreichen, sah Sedelmayer als interessante Variante und das Angebot "definitiv als Bereicherung".
Zwei Jahre läuft die Probezeit, in der die Initiatoren in Randersacker für die Grundkosten von 2400 Euro jährlich geradestehen und Spenden eingeworben haben. Auch Gerbrunn verfügt über das Carsharing-Angebot, in Rottendorf wurde der Standort mangels Resonanz wieder aufgegeben. Es seien verschiedene Faktoren und nicht nur eine Zahl, so Zoufal, die in eine derartige Entscheidung einfließen, darunter natürlich die gefahrenen Kilometer und die angemeldeten Nutzer.
Die App Moqo zur Anmeldung und Buchung von Zeiten ist gleichzeitig Türöffner für das Fahrzeug, das per GPS "live" mit dem Autohaus verbunden ist. Sowohl die Abrechnung als auch Wartungsmeldungen laufen über diese Verbindung, die Schlüssel und Tankkarte freigibt. Es sei kein Abo, so Zoufal. Privatkunden bezahlen bei Anmeldung einmalig 4,99 Euro. Das Eröffnungsangebot liege bei 5,50 Euro pro gemietete Stunde, 33 Cent je gefahrenem Kilometer. Der Ratgeber auf der Homepage des Autohauses Rumpel und Stark informiere über die Konditionen.
