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Weikersheim
Noch immer gesucht: Annekdoten zur Gaubahn – Ausstellung zeigt Anfang und Ende des einst so wichtigen "Bähnles"
Ein Zug wird kommen? Hier am Bahnhof Röttingen kam er 1984 ein letztes Mal. 
Foto: Markhard Brunecker | Ein Zug wird kommen? Hier am Bahnhof Röttingen kam er 1984 ein letztes Mal. 
Markhard Brunecker
 |  aktualisiert: 04.04.2025 02:40 Uhr

Sie sind zwischen 17 und 60 Jahre alt und echte Eisenbahn-Kenner: Dank sieben Gaubahnfreunden wird die Geschichte der Gaubahn, die 1907 eröffnet wurde und von Ochsenfurt bis Weikersheim führte, wieder lebendig – in einer besonderen Ausstellung.

Die Strecke, die einst das wirtschaftliche Rückgrat der Region bildete, war besonders für den Transport von Zuckerrüben bedeutend. 1988 wurden beispielsweise 83.202 Tonnen Zuckerrüben über die Gaubahn transportiert, was etwa 3.300 Waggons entsprach.

Ohne sie gäbe es die Ausstellung nicht: die sieben engagierten Eisenbahnfreunde der ehemaligen Gaubahn.
Foto: Markhard Brunecker | Ohne sie gäbe es die Ausstellung nicht: die sieben engagierten Eisenbahnfreunde der ehemaligen Gaubahn.

Die Bahnstrecke wurde 1992 stillgelegt. Heute erinnert der Gaubahn-Radweg an das "Gau-Bähnle". Die Gaubahnfreunde haben in Zusammenarbeit mit dem Stadtmuseum Weikersheim und dem Verein Tauberfränkische Volkskultur/Dorfmuseum eine Ausstellung mit dem Titel "Sieben Freunde – ein Thema" organisiert. Diese Ausstellung, die bis zum 30. Juni 2025 läuft, ist auf das Dorfmuseum am Marktplatz und das Stadtmuseum am Gänsturm aufgeteilt.

Im Dorfmuseum wird ein Film zur Rübenverladung in den Jahren 1989/90 gezeigt, während im Stadtmuseum Exponate rund um die Gaubahn ausgestellt sind. 

Der originalgetreu nachgebaute Weikersheimer Bahnhof mit dem Schienenbus VT95/98 'Roter Brummer'.
Foto: Markhard Brunecker | Der originalgetreu nachgebaute Weikersheimer Bahnhof mit dem Schienenbus VT95/98 "Roter Brummer".

Die Ausstellung zeigt unter anderem Modelle von Bahnhöfen und Zügen sowie Bildbände und andere Utensilien, die an die Gaubahn erinnern. Bei der Eröffnung der Ausstellung betonte der stellvertretende Bürgermeister Norbert Beck die Bedeutung der Gaubahn für die Region und die Landwirtschaft, insbesondere für den Zuckerrübenanbau. Er lobte die Verlängerung der Strecke von Röttingen nach Weikersheim durch die Königlich Württembergische Eisenbahn als damals strategisch klugen Schritt.

Die 'Macher' der Ausstellung 'Die Gaubahn für Kohle, Zuckerrüben und Reisen' mit der Leiterin des Stadtmuseums Christel Nowak, dem stellvertretenden Bürgermeister Norbert Beck (links) und den Gaubahnfreunden Jens Weber, Markus Fiedler und Uwe Sieber.
Foto: Markhard Brunecker | Die "Macher" der Ausstellung "Die Gaubahn für Kohle, Zuckerrüben und Reisen" mit der Leiterin des Stadtmuseums Christel Nowak, dem stellvertretenden Bürgermeister Norbert Beck (links) und den Gaubahnfreunden Jens ...

Museumsleiterin Christel Nowak präsentierte Zeitungsausschnitte, die die intensiven Verhandlungen zur Streckenführung dokumentieren. Uwe Sieber von den Gaubahnfreunden bedankte sich bei der Stadt Weikersheim für die Unterstützung der Ausstellung.

Original-Schiene, -Schwelle und -Schotter der Gaubahn, zur Verfügung gestellt vom Tauberrettersheimer Robert Ums.
Foto: Markhard Brunecker | Original-Schiene, -Schwelle und -Schotter der Gaubahn, zur Verfügung gestellt vom Tauberrettersheimer Robert Ums.

Mehr zur Gaubahn: Die Gaubahnfreunde  weisen darauf hin, dass man im Dorfmuseum seine persönlichen Erinnerungen und Anekdoten erzählen und dokumentieren lassen kann.  Die zweigeteilte Ausstellung für Jung und Alt im Dorf- und Stadtmuseum ist bis zum 30. Juni 2025 jeweils am Sonntag von 13.30 Uhr bis 17 Uhr geöffnet.

Geschichte der Gaubahn

30. April 1907: Nach dreijähriger Bauzeit wird die 28 Kilometer lange Strecke von Ochsenfurt bis Röttingen eröffnet.
17. November 1909: Verlängerung bis Weikersheim und Bieberehren nach Creglingen.
1935: Erneute Verängerung während NS-Zeit von Gaukönigshofen zum Flugplatz Giebelstadt und von Gelchsheim zum dortigen Fliegerhorst.
1967: Die Strecke von Bieberehren nach Creglingen wird eingestellt.
28. September 1974:  Der letzte Personenzug auf der 36,5 Kilometer langen Strecke von Ochsenfurt nach Weikersheim fährt. Ab sofort gibt es nur noch Güterverkehr.
1984: Die Teilstrecke von Röttingen nach Schäftersheim wird wegen der baufälligen Brücke übers Rippachtal stillgelegt.
15. Dezember 1990: Letzte Fahrt eines Rübenzugs.
3. Mai 1992: Letzte Sonderfahrt mit der historischen Güterzuglokomotive 50 622 vom Verkehrsmuseum Nürnberg. Dann wird der Betrieb komplett eingestellt. 
1994: Die Gleise  werden zurückgebaut. 
1996: Der Ausbau als Gaubahn-Radweg beginnt. 
Quelle: mab
 
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