Zum Artikel "Der Klimabürgermeister irritiert" -Post vom 31. Januar erreichte die Redaktion folgender Leserbrief:
Alles fing mit einer scheinbar guten Idee an. Würzburg könne mit der Bewirtschaftung der Talavera einen starken Beitrag zur Klimaneutralität leisten. Dass diese Maßnahme gerade sozial Schwächere belastet und einen Vermögenstransfer von jenen, die zum Pendeln auf ihr Auto angewiesen sind, hin zu denen, die es sich leisten können, in der Stadt zu wohnen bedeutet, haben die Befürworter geflissentlich ignoriert. Man könnte meinen, dies sei der Unwissenheit gut situierter Wohlstandskinder geschuldet.
So sagte unser Bürgermeister Heilig über Parkgebühren sinngemäß, diese könnten nicht sozial ungerecht sein, da Arme gar keine Autos besäßen. Eine Aussage, die nicht nur jeder wissenschaftlichen Grundlage entbehrt, sondern auch einen mangelnden Bezug zum Leben all jener erkennen lässt, deren Gehalt unter der Besoldung eines bayerischen Wahlbeamten liegt.
Die neueren Entwicklungen machen nun klar, dass es Herrn Heilig nicht an Einsicht mangelt, sondern ihm die Probleme der Bürger schlicht nicht als bedeutend genug erscheinen. Aus seiner Sicht ist nichts Verwerfliches daran erkennbar, dem Wähler einen Wechsel hin zum ÖPNV aufzuzwingen, während er selbst mit VW-Bus und städtischer Sondergenehmigung im Parkverbot einschwebt.
Er hat damit deutlich werden lassen, dass er sich für besser hält als seine Wähler. Eines demokratischen Vertreters ist dies nicht würdig. Dass er nach fast zwei Jahren im Amt bei der Nutzung solcher „Privilegien“ erwischt wurde, während er mit beinahe apostolischem Eifer eine Verkehrswende gepredigt hat und deshalb um Schadensbegrenzung bemüht eine Abschaffung der Sondergenehmigung fordert, ändert daran nichts.
Herr Heilig, setzen Sie sich entweder mit Ihrer Fraktion dafür ein, die Talavera-Entscheidung zurückzunehmen oder treten Sie um Himmels willen zurück!
Jan Pfadenhauer
97074 Würzburg