
Schon im Januar 2023 erfolgte die Auftragsvergabe zur Beschaffung neuer Leitstellen-Software zur digitalen Alarmierung von Rettungskräften in Bayern durch das bayerische Innenministerium. Doch bald nach Auftragsvergabe an die Firma "SopraSteria" zeichneten sich Probleme ab. "Bislang konnten die geforderten Leistungsmerkmale leider nicht erbracht werden, weshalb das Ministerium Ende März die Auftragsvergabe revidierte", informierte Kreisbrandrat (KBR) Michael Reitzenstein beim Kreisfeuerwehrtag die fast vollständig versammelten Vertreter der Landkreis-Feuerwehren und -Gemeinden in der Mehrzweckhalle in Gerbrunn. "Glücklicherweise reagierte die ILS Würzburg jedoch frühzeitig", wie deren Leiter und Chef der Würzburger Berufsfeuerwehr, Leitender Branddirektor Harald Rehmann beim Kreisfeuerwehrtag versicherte.
Wegen der Beschaffungsproblematik misslang nach Information des KBR der ursprünglich geplante Start von sogenannten Pilot-Leitstellen im vierten Quartal 2023. Und auch die um ein Jahr auf 2024 verschobene Inbetriebnahme scheiterte. In der Folge zog das Innenministerium die Auftragsvergabe zurück wegen bisher nicht erbrachter Leistungsmerkmale. Daraus ergab sich ein fraglicher Zeitpunkt zur Einführung einer neuen Software.
Einen dennoch gesicherten weiteren Betrieb der Integrierten Leitstelle (ILS) versicherte deren Chef, Leitender Branddirektor Harald Rehmann. Durch einen Hardware-Tausch innerhalb der ILS Würzburg bis Juni 2025 soll die Voraussetzung für eine digitale Alarmierung spätestens ab dem vierten Quartal geschaffen werden, informierte KBR Michael Reitzenstein. In diesem Zusammenhang erfolge laut KBR derzeit die Abstimmung zwischen den Landkreisen im ILS-Bereich zu einer einheitlichen Programmierung der Digitalen Pager. Die ILS Würzburg koordiniert Einsätze in den Landkreisen Kitzingen, Main-Spessart und Würzburg sowie der kreisfreien Stadt Würzburg.
Hinsichtlich der Umrüstung von Sirenen für digitale Alarmierung durch zertifizierte Firmen bestehe laut KBR aktuell eine Wartezeit von bis zu neun Monaten. In diesem Kontext kündigte der Reitzenstein eine Info-Veranstaltung für Feuerwehren und Gemeinden für das zweite Quartal 2025 an. Gleichzeitig machte der KBR auf eine auch in den nächsten Jahren mögliche analoge Alarmierung aufmerksam.
4556 Aktive leisten 49.293 Einsatzstunden
Eindrucksvoll war die vom KBR vorgelegte Einsatz-Bilanz des Vorjahres der im Landkreis 3934 männlichen und 622 weiblichen, somit insgesamt 4556 Aktiven. Im Ehrenamt wurden bei einem Plus von 403 zum Vorjahr 5730 Einsätze im Umfang von 49.293 Einsatzstunden geleistet. Das Gros der Alarmierungen betraf 4348 Hilfeleistungen. Darüber hinaus waren die Aktiven gefordert bei 814 Bränden, 149 Sicherheitswachen, 69 ABC-Einsätzen sowie 350 sonstigen Einsatzszenarien. "Froh und stolz" äußerte Landrat Thomas Eberth an die Aktiven gerichtet seinen Dank "für eine derartige Leistungsbereitschaft, jedwede Schadensereignisse bestmöglich in den Griff zu bekommen." Bei einem neuen Höchststand von 601 Kindern werden in 28 Kinderfeuerwehren 400 Jungen und 201 Mädchen betreut. 412 Jugendliche sind aktuell aktiv.
Nach 35 Jahren Unterstützung der Feuerwehren im Landkreis, davon 15 Jahre als Bürgermeister und 20 Jahre in der Funktion als Bundestagsabgeordneter, wurde Paul Lehrieder die Goldene Ehrennadel des Kreisfeuerwehrverbandes (KFV) verliehen.

Auch Ehrungen der Kreisbrandinspektion standen an. Für zehnjährige Dienstzeit erhielten Jürgen Fuß und Philipp Renninger das Deutschen Feuerwehr-Ehrenkreuz in Silber und Edmund Michel für seine 20-jährige Dienstzeit das Deutsche Feuerwehr-Ehrenkreuz in Gold.
Aus dem Kreis der Landkreisführung verabschiedet wurden die KBM a.D. Christof Frank, Markus Haberstumpf und Daniel Hölzlhammer. Darüber wurde KBM a.D. André Ziegler mit seiner Verabschiedung auch die Ernennung zum Ehren-Kreisbrandmeister verliehen.