
Glücklich über die Zahlen im Haushalt war keiner der Stadtratsmitglieder in Uffenheim. Die angespannte Lage lässt wenig Gestaltungsspielraum. So war auch allen bewusst, dass sich Wünschenswertes derzeit nicht verwirklichen lässt. Der Haushalt der Stadt hat ein Gesamtvolumen von 27.313.500 Euro und ist somit niedriger als die vergangenen beiden Jahre. Rein rechnerisch ist eine Kreditaufnahme von rund 2,39 Millionen Euro nötig.
"Auf den Haushalt 2025 blicken wir mit weniger Optimismus als in den letzten Jahren", sagte Bürgermeister Wolfgang Lampe in der Stadtratssitzung. Der Haushalt spiegele die finanzielle Situation wider und zeige die Vielfalt an Pflichtaufgaben auf. Die Einnahmen seien durchschnittlich gut, jedoch seien die Ausgaben massiv gestiegen. Durchgreifende Einsparungen seien jetzt und in den kommenden Jahren existenznotwendig, um künftig wieder durchatmen und auch gestalten zu können.
"Die Zeiten von 'Wünsch Dir was' sind endgültig vorbei", betonte Fraktionssprecher Bernhard Schurz (SPD). Erst wenn die jetzigen Projekte abgearbeitet seien, könnten neue begonnen werden. Schurz begrüßte es, dass die Sparkassenstraße in Uffenheim angegangen wird, wenn auch nicht generalsaniert, aber mit neuer Deckschicht. Der offene Ganztag werde erweitert – eine Pflichtaufgabe. Dagegen hingen die Wasserstoffanlage wie das Fernwärmenetz wegen der "großen Politik" derzeit fest. Die "fetten Jahre" seien vorbei, wie in der Bibel schon beschrieben, kämen jetzt magere Jahre.
Zander: Schwindender Gestaltungsspielraum
Andreas Zander (Bürgerliste) sprach von einem schwindenden Gestaltungsspielraum. Kostenintensive Projekte wie Hallenbad, Würzburger Torturm, Ärztezentrum oder Stadtbauhof seien abgeschlossen oder stünden vor der Fertigstellung. Zander erinnerte an die Kostenexplosion beim Bauhof, die Ärger und Vertrauensverluste gebracht habe. Die Folgen für den Haushalt seien gravierend. Die Größe des Bauhofes biete Potenzial für eine Implementierung umliegender Bauhöfe, meinte Zander. Die Sanierung der Sparkassenstraße, die symbolisch für den Zustand vieler Straßen in Uffenheim stehe, habe sich die Bürgerliste auf die Agenda gesetzt.
Mit dem Wirtschaftsplan der Stadtwerke zeigte sich Achim Endreß (CSU) zufrieden, der städtische Haushalt bereite seiner Fraktion Sorgen. Er nannte unter anderem die stetig steigenden Kosten für die Kinderbetreuung, den defizitären Betrieb des Hallenbades und die "satten 1,1 Millionen Euro Kapitaldienst für die Schulden". Die Rücklagen der Stadt seien nach der diesjährigen Entnahme aufgebraucht. Mit 15 Millionen Euro Schulden sei ein neuer Höchststand erreicht. Deswegen müssten Entscheidungen über künftige Maßnahmen wohlüberlegt getroffen werden. "Wir müssen auf Zukunftsinvestitionen setzen", sagte Endreß.
Beschlossene Vorhaben müssten umgesetzt werden, betonte Susanne Holzmann (FWG). "Wir wollen Uffenheim nebst seinen Ortsteilen voranbringen", betonte sie. Dabei richte sich der Blick auf die Infrastruktur, wobei die Schulden im Blick blieben. Weiter leisten solle sich die Stadt die weit über Uffenheims Grenzen hinaus bekannte Stadtfeste wie Walpurgi oder die Kirchweih. Auch werde in die Jugend investiert. Hallenbad und Freibad, beides defizitär, seien unerlässlich für ein Mittelzentrum. Der neue Bauhof sei wichtig, denn der "alte" habe ausgedient. Wichtig seien auch das Ärztezentrum und der Breitbandausbau.
Manche taten es mit Bauchschmerzen, aber dennoch: Der Stadtrat billigte einstimmig das Zahlenwerk. Darin enthalten ist der Verwaltungshaushalt mit 19.021.500 Euro und der Vermögenshaushalt mit 8.292.000 Euro. Die wichtigsten Einnahmen: Grundsteuer 1.760.000 Euro, Gewerbesteuer 3.500.000 Euro, Einkommensteuer 5.020.000 Euro und Schlüsselzuweisungen 1.129.000 Euro. Die wichtigsten Ausgaben: Personalkosten 1.983.100 Euro, Kreisumlage 4.224.000 Euro und VG-Umlage 1.599.000 Euro.