Der Escherndorfer Horst Sauer gehört zweifellos zu den herausragenden Winzerpersönlichkeiten, die Franken neue Anerkennung in der Weinwelt verschafft haben. Fachjournalisten stehen bei ihm Schlange und kein Artikel, der sich mit dem Aufschwung des Weins am Main beschäftigt, kommt an seinem Namen vorbei. Viele herausragende Preise hat er bei Weinwettbewerben geholt, wie zuletzt bei der Verkostung der Zeitschrift „Capital“ mit seiner Riesling Trockenbeerenauslese.
Im Jahr 2004 wurde er in London bei großer internationaler Konkurrenz zum „Winemaker des Jahres 2004“ gewählt, nachdem er zuvor schon dreimal die Trophy der International Wine & Spirit Competition gewonnen hatte. Sauers Weine sind in vielen guten Restaurants in Deutschland gelistet, so auch in der Alten Mainmühle in Würzburg, die eben beim Gastronomiepreis Franken den 1. Platz in der Kategorie Gasthaus belegt hat. Dort trafen wir den sympathischen Winzer mit seiner Frau Magdalena. Sie hatten besonderen Grund zu feiern: Seit 30 Jahren macht Horst Sauer Weine.
Begonnen hatte alles eher ernüchternd. Sein Vater Lothar Sauer produzierte noch Trauben für die Winzergenossenschaft Escherndorf, Sohn Horst hatte damals als Club-Fan mehr den Fußball im Kopf. Dann hat er bei der GWF seine Winzerlehre gemacht, später dort ein Praktikum im Keller. Dann, vor 30 Jahren, hat er seinen ersten Wein ausgebaut. Über seinen Silvaner QbA 1977 vom Escherndorfer Lump sagt er heute: „Er war grottenschlecht.“
Aber wenn sich Horst Sauer etwas vornimmt, dann ist er auch überzeugt von der Sache. „Er entwickelt einen Ehrgeiz, der nicht normal ist“, sagt seine Frau, die er beim Tanz in Bergtheim kennengelernt und 1975 geheiratet hat. Den Tanzkurs hat er übrigens mit Weinflaschen bezahlt. Zwei Jahre später hat er in Veitshöchheim seinen Weinbautechniker gemacht und dann eine beeindruckende Karriere hingelegt. Zum feinen Essen in der Mainmühle tischt Küchenchef Markus Grein eine Flasche „Sehnsucht“ auf, einen der Spitzentropfen aus dem Hause Sauer. Warum Sehnsucht? „Ich habe einmal geglaubt, den perfekten Wein machen zu können, doch den gibt es nicht. Aber die Sehnsucht bleibt.“