Lepra und Tuberkulose sind noch immer weit verbreitete Krankheiten – vor allem in ärmeren Regionen Afrikas, Asiens und Lateinamerikas. Eine besonders aktive und erfolgreiche Organisation gegen diese "Krankheiten der Armut" hat ihren Sitz in Würzburg: der Verein DAHW Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe.
Gegründet wurde sie 1957 als "Deutsches Aussätzigen-Hilfswerk" von jungen Würzburgern nach einem Besuch in Äthiopien. Die DAHW ist heute in 20 Ländern tätig, hilft Menschen, ihre Krankheiten zu überwinden und wieder ein selbstbestimmtes Leben in der Gemeinschaft führen zu können.
Um dies leisten zu können, ist der Verein auch auf Spenden angewiesen. Eine großzügige Unterstützung kam jetzt von Bürgermeister Adolf Bauer und seiner Frau Doris Bauer, die lange Zeit Leiterin der Gustav-Walle-Schule in Heidingsfeld gewesen ist. Vor einem Jahr haben beide ihre eigene Stiftung ins Leben gerufen, um Projekte in Wissenschaft, Forschung, Kunst und Kultur zu fördern. Dem DAHW überreichte das Paar, begleitet von ihrem Sohn und Stiftungsförderer Michael Bauer, nun an ihrem Sitz in der Raiffeisenstraße zwei Spenden von zusammen 23 000 Euro, für die sich der Geschäftsführer des Hilfswerkes Burkard Kömm herzlich bedankte. 14 000 Euro gehen an das Bisidimo Krankenhaus in Äthiopien, um dort durch bessere Ausstattung der Unterrichtsräume die Ausbildung von Studenten zu fördern. Das Krankenhaus war 1958 von der DAHW gegründet worden und gilt als die Geburtsstätte des Vereins, die vor kurzem auch von Adolf und Doris Bauer besucht wurde. Weitere 9000 Euro spenden beide für ein vierwöchiges Extra-Training für Ärzte und medizinisches Personal in hochendemischen Gebieten Äthiopiens.
In Äthiopien, im Hospital von Bisidimo, wird man sich über die Spende aus Würzburg freuen und über den Bericht in der Zeitung. Dass die Würzburger Gustav-Walle-Schule nicht im Stadtteil Heidingsfeld liegt, sondern in der Lindsleinsmühle, fällt bei der Entfernung von Luftlinie etwa 5 500 Kilometer weder auf noch "ins Gewicht"