In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag gegen 22.20 Uhr löste die Integrierte Leitstelle Würzburg Großalarm für Kräfte von Rettungsdienst und Feuerwehr aus. Im Umfeld einer Tiefgarage an der Karmelitenstraße/Innerer Graben war ein Gasaustritt durch einen Pkw gemeldet worden. Vor Ort wurden in zwei mehrstöckigen Wohnhäusern sehr hohe Kohlenstoffmonoxidwerte (CO) gemessen.
45 Bewohner mussten sofort ihre Wohnungen verlassen und sich notärztlich untersuchen lassen. Nach den Ermittlungen der Polizei steht nun fest, dass der laufende Motor eines in der Garage geparkten Fahrzeuges für den Gasgeruch verantwortlich war. Der Besitzer des Fahrzeuges habe den Motor unbeabsichtigt laufen lassen, heißt es von Polizeiobermeisterin Nadine Leber aus der Pressestelle des Polizeipräsidiums Unterfranken.
Wegen der Hitze viele geöffnete Fenster
Wie Mark Berninger, Brandinspektor und Pressesprecher der Berufsfeuerwehr Würzburg, berichtet, waren durch die warme Sommernacht viele Fenster zum Innenhof geöffnet und die entstanden Gase zogen in die angrenzenden Wohnungen. Mehrere Anwohner bemerkten Atemwegsreizungen und ein Brennen in den Augen.
"Kohlenstoffmonoxid ist ein farb- und geruchloses Gas. Bei zu hoher Konzentration in der Atemluft kann es schnell zu lebensbedrohlichen Zuständen kommen. Nach ausführlicher notärztlicher Untersuchung inklusive Messung der Konzentration des Gases im Blut konnten wir schnell Entwarnung geben", so der Leitende Notarzt Dr. Max Kippnich. Keiner der Bewohnerinnen und Bewohner sei einer gesundheitlichen Gefährdung ausgesetzt gewesen, sodass auch kein Transport in ein Krankenhaus notwendig wurde.
Anlaufstelle für Betroffene im Hotel Residence
Im Hotel Residence in der Juliuspromenade richtete der Rettungsdienst eine Anlaufstelle für Betroffene ein. 45 Personen wurden dort von Kräften der Würzburger Rettungsdienste – BRK Kreisverband Würzburg, Malteser Würzburg und Johanniter Würzburg – betreut. "Unser Dank gilt den Hotelmitarbeitern für die unkomplizierte und schnelle Hilfe", sagt Paul Justice, Organisatorischer Leiter Rettungsdienst.
Großes Lob gibt es von Kippnich und Justice auch für die Zusammenarbeit mit der Feuerwehr und den vielen ehrenamtlichen Einsatzkräften. Der Rettungsdienst war mit 80 Einsatzkräften und drei Notärzten vor Ort. 13 Rettungswagen, zwei Krankentransportwagen und mehrere Schnelleinsatzgruppen waren im Einsatz.
Mit schwerem Atemschutz in die Garage
Von der Berufsfeuerwehr sowie der Freiwilligen Feuerwehr waren 50 Einsatzkräfte vor Ort. Wie Brandinspektor Berninger weiter berichtet, konnten diese aufgrund erster Messungen nur unter schwerem Atemschutz zur Garage im Innenhof vorgehen. "Sie konnten den Gasaustritt am Pkw abstellen."
Anschließend wurden alle angeschlossenen 30 Wohnungen der Karmelitenstraße sowie der angrenzenden Straßen kontrolliert. Die Feuerwehr belüftete die Wohnungen und den Innenhof mit mehreren Hochleistungslüftern. Kurz nach Mitternacht durften alle Anwohnerinnen und Anwohner wieder zurück nach Hause.
Ich kenne bislang nur die Version, dass Autodiebe bei einer bestimmten Masche den Motor (z. B. auch beim Tanken) nicht abstellen dürfen, weil sie ihn sonst nicht (einfach) wieder zum Laufen bringen...