
Am 24. Februar 2025 hatte die lang angekündigte Generalrevision und Erweiterung der Orgel in der St. Vitus-Kirche begonnen. In der Karwoche fanden die Arbeiten der Hardheimer Orgelbaufirma Vleugel ihren Abschluss. Der Orgelweihe in der Osternacht steht also nichts mehr im Weg. Bei der Abnahme durch Diözesan-Musikdirektor Rainer Aberle freuten sich die Orgelbaumeister Hans-Georg und Johannes Vleugel zusammen mit Organist Harald O. Kraus über das gelungene Werk.
58.187 Euro hat die Revision und Erweiterung des Instruments gekostet. Neben einem Zuschuss von 18.415 Euro der Diözese Würzburg gingen laut Pfarrer Christian Nowak bislang rund 20.000 Euro Spenden ein, gesammelt durch verschiedene Konzerte sowie kleine wie große Einzelspenden und Verkaufserlöse aus verschiedenen Aktionen. Zwei große Spenden seien noch angekündigt, so der Pfarrer, sodass die Kirchenstiftung rund 10.000 Euro an Eigenmitteln aufbringen muss.

Diözesan-Musikdirektor Aberle war bei der Abnahme voll des Lobes über die von den Orgelbaumeistern geleistete Arbeit. In der Osternacht am Samstag um 21 Uhr wird die Orgel erstmals einen Gottesdienst begleiten, intoniert von Dekanatskantorin Anke Willwohl aus Würzburg. Voller Freude sieht auch St. Vitus-Organist Kraus dem Festgottesdienst am Ostersonntag entgegen, wenn er an der Orgel die "Kleine Orgelsolomesse" von W.A. Mozart mit Solisten, Chor und Orchester zu Gehör bringt. Am Ostermontag bringt schließlich Veronika Struchholz die Orgel mit Werken aus der geistlichen Literatur zum Klingen.
Wie Juniorchef Johannes Vleugels erzählt, hatten sich in den 1500 Pfeifen der 26-Register-Orgel Staubflusen abgesetzt, sodass der Ton vor allem in den dickeren Pfeifen nicht mehr richtig ansprang. In mühevoller Kleinarbeit haben die beiden Orgelbaumeister in rund 580 Stunden alle Pfeifen ausgebaut und den Staub mit Pressluft, Pinsel und Bürste entfernt.

Zudem wurde die Orgel um ein Achtfuß-Cornett-Register mit 200 Pfeifen erweitert, mit dem solistische Passagen hervorgehoben und so klanglich bereichert werden können. Zum anderen haben sie ein Glockenspiel eingebaut, das die Klangvielfalt der Orgel erweitert.
Die 1695 eingeweihte Vituskirche erhielt erstmals 1715 eine Orgel, die im Jahr 1917 durch ein neues Instrument aus der Orgelfabrik Laukhuff in Weikersheim ersetzt wurde. Unter der Ägide von Pfarrer Ludwig Schneider (1956-1984) wurden 1975 die Gottesdienste in den Gemeindesaal des neuerbauten Hauses der Begegnung als neuem Pfarrgemeindezentrum verlegt. Viele alte Veitshöchheimer vermissten insbesondere den vollen Klang der großen Orgel in der Vituskirche bei den Festgottesdiensten.
Schneiders Nachfolger Herbert Neeser (1985-2004) nahm die Renovierung der Kirche in Angriff. Nach Abschluss der Innenrenovierung 1991 wurde die Kirche wieder als Gotteshaus genutzt. Die Kirchenverwaltung entschloss sich im Jahre 1993, eine neue Orgel anzuschaffen. Sie wurde von Seniorchef Hans-Georg Vleugels installiert und am 27. März 1994 geweiht. Die Veitshöchheimer Orgel sei gewissermaßen ein Ableger der Orgel am Würzburger Käppele, die er zwei Jahre zuvor in den historischen Orgelprospekt eingebaut habe, so Vleugels. Die komplizierte Technik im Inneren sei seit 300 Jahren "State of the Art".
