
Das Malerfürstentum Neu-Wredanien ist eine Würzburger Künstlergemeinschaft, die 1996 gegründet wurde und seither die lokale Kunstszene prägt. Ursprünglich in der Wredestraße ansässig, zog die Gruppe 2005 in die Innere Aumühlstraße um und betreibt dort die Galerie "Professorium". Die vier Mitglieder – Akimo, Brigitte Hausner, Angelika Summa und Wolf-Dietrich Weißbach – sind für ihre vielseitigen Arbeiten in Malerei, Skulptur und Fotografie bekannt. Mit zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland hat sich Neu-Wredanien als feste kulturelle Institution etabliert.
Die Galerie Professorium eröffnet ihre erste Ausstellung in diesem Jahr mit bekannten Werken in neuem Licht: Manfred Lutz gastiert unter dem Titel "UngewÖhnLichT" mit seinen Kunstwerken. Lutz' Interesse an außergewöhnlichen Lampen fing bereits in seinem Studium an, als er erkannte, dass ihm die normalen Lampen aus den Möbelhäusern einfach nicht gefallen. "Ich schraube gerne", so der Künstler. Also kramte er sich durch Schrottplätze, Sperrmüll und Werkstätten, immer auf der Suche nach dem nächsten Ding für eine neue Lampe.

Er bevorzugt robuste Materialien, darunter viel Blech und alte Rohre. Denn sowohl Wasser als auch Strom fließen. Das wird wohl am deutlichsten bei seiner Duschkopflampe. Ein Interesse für Kunst habe der Professor für Immunologie schon immer gehabt. Sein Einfallsreichtum bestätigt das.
Lutz wird mit warmen Worten von Brigitte Hausner vorgestellt. Er sei "einfach vorbeigekommen", und so ließen die Wredanier ihre Kunstwerke, die bereits seit Ende letzten Jahres ausgestellt sind, in neuem Licht erscheinen. Darunter Fotografien, Drahtskulpturen oder Gemälde. Ihre Kunst wird also durch Kunst beleuchtet – das ist echt clever. Der Raum ist wie ein Wohnzimmer samt Sitzgelegenheiten und Perserteppich gestaltet, sodass man die Exponate wie im eigenen Zuhause erfahren kann. Dazu werden Sardellen gereicht.
Manfred Lutz stellt dieses Jahr zum ersten Mal aus. Die Lampen stammen wohl aus dem eigenen Wohnzimmer, das aktuell deutlich weniger beleuchtet sein muss. Die folgende Zusammenarbeit wurde ebenfalls schon, mehr oder weniger heimlich, besprochen. Wir dürfen uns also möglicherweise auf neue Kunstwerke freuen. Vorbeischauen lohnt sich in jedem Fall.
Die Ausstellung ist noch bis 17. April zu sehen. Öffnungszeiten: Donnerstag und Freitag von 18 bis 21 Uhr, Sonntag von 14 bis 18 Uhr.