
Mit einem Festkonzert, das außer dem Musik- und Gesangsverein Zell noch das Erlabrunner Saxophonquartett, der Kirchenchor Zell und die Sängervereinigung 1890 Estenfeld gestalteten, wurde der langjährige Dirigent der Zeller Sänger verabschiedet. Die Alte Turnhalle bot einen würdigen Rahmen, um musikalisch Abschied zu nehmen von einer Person, die in ihrem Leben wahrlich meisterliches geleistet hat.
60 Jahre Chor geprägt
Elmar Herrmann hat den Zeller Chor seit 60 Jahren geprägt. Bereits mit 22 Jahren übernahm er 1957 Verantwortung. Nachdem sein Vorgänger Philipp Schleyer, der den Chor seit 1948geleitet hatte, das Handtuch geworfen hatte, ließ sich Herrmann breitschlagen, das Amt des Dirigenten des damaligen Männerchores zu übernehmen, wie Ludwig Jaworeck in seiner Laudatio den Werdegang des Jubiläums-Dirigenten nachzeichnete.
300 000 Kilometer
Obwohl Herrmann 1961 berufsbedingt nach Krausenbach im Spessart umzog, blieb er den Zeller Chormitgliedern bis heute als Dirigent erhalten. Jede Woche fuhr er von Krausenbach nach Zell zur Chorprobe und dann auch noch zu den Konzerten. Über 300 000 Kilometer sind so zustande gekommen, die Herrmann im Laufe seines Dirigentendaseins investiert hat. „Du hast dein Leben für Musik und Gesang eingebracht“, lobte Jaworeck.
Echter Spitzenchor
Unter der Leitung von Herrmann entwickelte sich der Chor ab 1979 von einem reinen Männerchor zu einem gemischten Chor. Durch stetige Fortbildungen gelang es Herrmann, den Chor zu einem echten Spitzenchor auszubauen. Unzählige Auftritte bei Sängerfesten und beim Leistungssingen belegen dies. Unvergessen der Auftritt 1982 in der s.Oliver Arena mit dem Startenor René Kollo oder die Weihnachtskonzerte in Zell, die auf eine Initiative von Herrmann zurückgehen.
Viele Ehrungen Nur verständlich, dass Herrmann für so viel Einsatz auch überörtliche Ehrungen erhielt. So wurde ihm 1994 das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen und seine Wohngemeinde Krausenbach ernannte ihn zum Ehrenbürger. Herrmann blieb seinem Geburtsort immer treu und wird dies auch in Zukunft tun. Selbst wenn er es jetzt altersbedingt etwas ruhiger angehen lassen will, so kann Herrmann sich ein Leben ohne die Musik nicht vorstellen.
Bürgermeisterin Anita Feuerbach dankte Herrmann für seinen unermüdlichen Einsatz für das Gemeinwohl und brachte in Erinnerung, dass Herrmann auch das „Zeller Lied“ komponiert und gesetzt hat, das bei keinem Neujahrsempfang fehlen darf. „Sie haben uns die Liebe zur Musik weitergegeben“.
Auch der Vizepräsident das fränkischen Sängerbundes, Paul Kolb, lobte den Einsatz von Herrmann. „Du hast 60 Jahre Dienst am Sänger geleistet“. Kolb gab zu bedenken, dass viele Chöre Nachwuchsprobleme haben, aber auch ein Trend erkennbar sei, dass jüngere Menschen wieder vermehrt in Gemeinschaft singen möchten. „Aber sie wollen ein anderes Lied singen“.
Zwei Tickets für das Mozartfest
Zum Abschied vom Musik und Gesangverein Zell bekam Herrmann aus den Händen des derzeitigen Vorsitzenden Günter Führich und seiner Stellvertreterin Monika Zillner neben großen Dankesworten auch zwei Karten für das diesjährige Mozartfest mit Übernachtung geschenkt. Dies sei nur eine kleine Geste für die großen Leistungen als Dirigent in Zell, lobte ihn Führich.
Führich lenkte den Fokus auch auf die vielen Liedsätze, die Herrmann im Laufe seines Lebens für den Zeller Chor gesetzt hat. Über 150 weltliche und über 170 geistliche Lieder sind so zur Aufführung gekommen, weitere 100 Lieder hat Herrmann für einen gemischten Chor gesetzt.
Lebensleistung gewürdigt
„Elmar, danke für alles“, sagte Führich zum Schluss und der lang anhaltende Beifall in der Halle zeigte, wie sehr die Lebensleistung von Elmar Herrmann gewürdigt wurde. Logisch, dass zum Abschluss des Abends nochmals unter seiner Leitung das Zeller Lied von allen Anwesenden lauthals geschmettert wurde.