Vernetzung, Austausch, Kennenlernen und über aktuelle Entwicklungen miteinander ins Gespräch kommen – dazu dienen die Bürgermeisterarbeitstagungen. Corona-konform lud Landrat Thomas Eberth die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister der 52 Landkreis-Gemeinden in die geräumige Erasmus-Neustetter-Halle in Rottendorf ein, um aktuelle Projekte vorzustellen und zu diskutieren.
Gemeinsam mit seinen Kommunen nehme sich der Landkreis Würzburg vieler verschiedener Themen an, um die Region gestärkt in die Zukunft zu lenken, heißt es in der Pressemitteilung des Landratsamtes. Mehrere Säulen dafür stellte Michael Dröse, Leiter der Kreisentwicklung, in den ersten Tagespunkten vor. Zum einen werde die mit der Stadt Würzburg gemeinsam angestoßene Modellregion „stadt.land.smart“ intensiv weitergeplant. Mit dem Konzept hatten sich die beteiligten Kooperationspartner erfolgreich um eine Förderung im Rahmen der Modellprojekte Smart Cities beworben. Alle Projekte von stadt.land.smart werden darauf abzielen, „Menschlich aus der Krise“ zu kommen. Klaus Walther, Fachbereichsleiter Wirtschaft, Wissenschaft und Standortmarketing der Stadt Würzburg, erläuterte im Gremium erste Ideen, so zum Beispiel Video- und Kooperationsplattformen, Plattformen für Bürgerbeteiligung oder auch eine Wue App.
Bürger ins Boot holen
„In der einjährigen Findungsphase heißt es, Strukturen zu schaffen, Ideen zu sammeln, Kommunalpolitik und Bürger ins Boot zu holen, um dann konkrete Maßnahmen zu definieren und umzusetzen“, lud Landrat Eberth die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister ein, sich mit den Räten und Bürgern intensiv an dem Prozess zu beteiligen.
Ein zentraler Bestandteil der landkreisweiten Innenentwicklungsstrategie ist beispielsweise die finanzielle Förderung von Bauvorhaben, die die Innenentwicklung in Kommunen fördert. 62 Anträge sind seit April 2021 eingegangen, die beantragte Fördersumme beläuft sich auf rund 300 000 Euro, informierte Michael Dröse. Auch die Suche nach Innenentwicklungslotsen sei bisher in 49 Gemeinden erfolgreich, heißt es in der Mitteilung. Sie stehen Bürgerinnen und Bürgern als geschulte Ansprechpartner zur Verfügung und beraten beim Kauf oder Verkauf von Immobilien im Ortskern, bei Sanierungsvorhaben oder einem Neubau im Altort.
Neues aus dem Bauamt
Viele Änderungen haben sich am Bauamt des Landratsamtes Würzburg ergeben, über die Fachbereichsleiter Stefan Dürr informierte. Seit Ende Juni greift zum Beispiel das Baulandmobilisierungsgesetz. Die Gemeinden haben damit weitere Werkzeuge erhalten, die die Schaffung von neuem Wohnraum erleichtern können. Gut beschäftigt sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Bauamt auch mit der Einführung des digitalen Baugenehmigungsverfahrens am Landratsamt. Geplant ist die Einbindung von zwei bis drei Gemeinden in ein Pilotprojekt.
„Wir beobachten das vierte Jahr in Folge einen Zuwachs an eingereichten Bauanträgen“, informierte Dürr. Schon jetzt seien mit 616 Bauanträgen rund 66 Anträge mehr im Vergleich zum gleichen Zeitraum 2020 eingegangen.
Neue Biodiversitätsberaterin
Biodiversität bedeutet Vielfalt im Dreiklang – die Vielfalt aller Lebewesen, ihr genetischer Arten- und Sortenreichtum sowie auch die Vielfalt der Ökosysteme, in denen sie zu Hause sind. Wie diese Vielfalt im Landkreis Würzburg erhalten und gefördert werden kann, dazu berät die neue Biodiversitätsberaterin Jasmin Fidyka. Sie stellte sich bei der Bürgermeisterarbeitstagung vor. Die Biologin steht allen Landwirtinnen und Landwirten, Kommunen, Flächeneigentümerinnen und -eigentümern, aber auch Verbänden als Ansprechpartnerin unter j.fidyka@lra-wue.bayern.de zur Verfügung.