
Vor achtzig Jahren, im April 1945, hatte der zweite Weltkrieg in Europa seine letzten Phase erreicht. Auch in unserer Region konnte die deutsche Wehrmacht und sie unterstützende Verbände der Waffen-SS den Vormarsch der amerikanischen Truppen nicht mehr aufhalten. Dennoch hatten zum Leid der Bevölkerung die deutschen Truppen den Befehl, bis zum Schluss weiterzukämpfen.
So wurden in der Schlussphase des Krieges die Kampfhandlungen in die Dörfer getragen, wurden bei Beschuss und Bombardierung zahlreiche Gebäude beschädigt oder zerstört, verloren viele Menschen unnötig ihr Leben oder wurden verletzt – auf beiden Seiten.
In Aub hatte sich zum Ende des Krieges ein Verband der Waffen-SS festgesetzt und leistete Widerstand. Die Bevölkerung litt unter schweren Gefechten, Artillerie- und Panzerbeschuss und Luftangriffen. In Baldersheim war es Alfred Eck, der zusammen mit dem damaligen Bürgermeister seine Gemeinde kampflos an die amerikanischen Truppen übergeben wollte. Eck bezahlte seinen Einsatz mit dem Leben.
In Aub verharrten viele Menschen tagelang in Luftschutzkellern, während die US-Army das Städtchen beschoss und erst nach schweren Straßenkämpfen einnehmen konnte.
Frieden und Freiheit sind nicht selbstverständlich
Dass acht Jahrzehnte Frieden und Freiheit nicht selbstverständlich sind, beweist die heutige Zeit. Deshalb erinnert man sich in Aub der tragischen Geschehnisse im Frühjahr 1945 in Aub, Baldersheim und Burgerroth. Mit einer Reihe von Veranstaltungen soll die Erinnerung aufrecht erhalten und Sorge dafür getragen werden, dass sich derartiges nicht wiederholt.

Auftakt macht eine Veranstaltung zu "den Rettern von Baldersheim" am Montag, 7. April, um 19 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus Baldersheim. An die letzten Kriegstage in Burgerroth erinnert eine Veranstaltung am 9. April in der dortigen St. Andreas Kirche.
Auch die Auber Stadtpfarrkirche wurde durch die Kriegsereignisse weitgehend zerstört. Eine Fotoausstellung in der Kirche zu diesem Thema wird am Samstag, 12. April, um 19 Uhr eröffnet. Ab 19.30 Uhr schließt sich im Haus Ars Musica ein Vortrag über die letzten Kriegstage in Aub an. Passend dazu findet am Sonntag, 13. April, ab 19.30 Uhr, im Haus Ars Musica ein Vortrag mit Musik zum Thema "musikalische Gewalt in Konzentrationslagern" statt.
Musikalischer Sadismus in den Lagern
Paul Schubert mit Texten, Vortrag und Akkordeon sowie Elisa Lapan mit Vorträgen und Saxofon gestalten den Abend und schildern, wie einerseits musikalische Gewalt oder musikalischer Sadismus herrschte, dabei aber dennoch das Kulturleben dort in gewissem Sinne funktionierte, wie die Geschichte des Liedes "die Moorsoldaten" belegt.
Den Abschluss der Gedenkveranstaltungen bildet ein ökumenischer Friedensgottesdienst zum achtzigjährigen Kriegsende am 8. Mai ab 19 Uhr in der Stadtpfarrkirche.