
Radwege, Zeltplatz, Windräder und der Ruf nach Bauplätzen kennzeichneten unter anderem die lebhafte Bürgerversammlung im DJK-Sportheim. Bei der zweiten Veranstaltung in der Gemeinde Wasserlosen schnitt Bürgermeister Anton Gößmann auch das Thema Kläranlage an.
Den etwa 60 Besucherinnen und Besuchern erstattete er zunächst Bericht über das vergangene Jahr. Beim Thema Haushalt ging er auch auf die geringen Schulden der Gemeinde von 300.000 Euro oder 89 Euro pro Einwohner ein. Das werde sich allerdings ändern, meinte er, wenn das Thema Kläranlage anstehe.
Angesichts der schwierigen Klärschlammentsorgung – Landwirte nehmen den Schlamm kaum noch ab, externes Trocknen und Verbrennen ist aufwändig und teuer – werde die Gemeinde wohl statt der bisher fünf Kläranlagen eine zentrale bauen müssen.
Junge Leute wandern ab
In seinem Ausblick auf das laufende Jahr informierte er, dass auf der Staatsstraße von der A 7 nach Schwemmelsbach und weiter von Schwemmelsbach nach Wülfershausen die Decke erneuert werde. Fortgeführt werde unter anderem das Bauleitplanverfahren für drei Bauplätze am nördlichen Rand von Burghausen.
Angesichts der rückläufigen Einwohnerzahlen der Gemeinde, auch in Wülfershausen, forderte Joachim Friedrich die Ausweisung neuer Bauplätze und eine bessere Förderung beim Bauen innerorts. Denn junge Leute würden abwandern.
Bürgermeister Gößmann verwies darauf, dass neue Baugebiete heute nur sehr schwer durchzuführen seien und der Staat ein Flächensparen anmahne. Angesichts eines Bevölkerungsrückgangs in Wülfershausen habe man erst recht kein Argument. Was heftigen Widerspruch von Heidi Münch und Matthias Full erfuhr.
Innenentwicklung fördern
Gößmann verwies auf die einst geforderten Baugebiete in Greßthal und Brebersdorf, die jetzt kaum abgenommen würden. "Wenn man dableiben will, dann findet man auch etwas", sagte er. Zur Innenentwicklung meinte er, eventuell könne die Gemeinde hier mehr Förderung geben. Er verwies auch auf die Abbruch-Förderung durch den Landkreis.
Ob denn der Landkreis die Sanierung des Zeltplatzes in Wülfershausen fördere, wollte Hans Bauer wissen. Zuschüsse gebe es nur vom europäischen Leader-Programm, gedeckelt sind diese Mittel im Landkreis Schweinfurt auf 200.000 Euro, so Gößmann. Einen von Bauer gewünschten Geh- und Radweg zum Platz verneinte er mangels Mittel, außerdem gebe es einen Grasweg vom Dorf dorthin.
Was das Ziel eines fahrradfreundlichen Landkreises anbelange, wie Bauer fragte, so würden laut Gößmann keine neuen Radwege gebaut, sondern bestehende beschildert und markiert. In der Gemeinde soll aber mit dem Neubau der Strecke Rütschenhausen-Greßthal auch ein Radweg gebaut werden.
Windräder und Photovoltaik
Zur nachgefragten Bürgerbeteiligung bei Windrädern der ÜZ zwischen Obbach und Greßthal erklärte Gößmann, dass das Flächenpooling fertig und die Pachtverträge unterschrieben seien. Jetzt gehe es erst einmal ins Baugenehmigungsverfahren.
Nachgefragt wurden auch die Photovoltaik-Anlagen an der A 7 bei Wülfershausen. Der Investor müsse angeblich erst noch naturschutzfachliche Untersuchungen liefern, sagte Gößmann.
Seilbahnen für zwei Spielplätze
Die defekte Seilbahn am Spielplatz Burghausen wird ersetzt, die bestellte neue Anlage wird demnächst geliefert, informierte er. Auch für den Spielplatz Brebersdorf sei eine Seilbahn bestellt.
Angesichts der Sanierungen bei Einrichtungen des Wasserbeschaffungsverbands Kaistener Gruppe wollte Hans Bauer die Kostenverteilung der drei beteiligten Gemeinden wissen. Bisher habe man keine Investitions-Umlage vorgesehen, sondern die Kosten über den Wasserpreis und ein 30-jähriges Darlehen gezahlt, war die Antwort.
Kein Verständnis hatte Reinhard Keller dafür, dass er für Gartenwasser zum Gießen auch das Abwasser zahlen müsse, dass aber gleichzeitig Mengen über zehn Kubikmeter abwasserfrei seien. Was Poolbesitzer offenbar bevorzuge. Dagegen stellte Gößmann klar, dass auch für das Befüllen eines Pools gezahlt werden müsse. Kellers Vorschlag: Bis zehn Kubik abwasserfrei stellen.
Er monierte auch parkende Autos auf Gehwegen und forderte von der Gemeinde Abhilfe. Zwar könne der Gemeinderat den Beitritt zum Zweckverband Verkehrsüberwachung beschließen, meinte Gößmann. Aber man müsse sich bewusst sein, dass man die eigenen Leute abkassiere.
Viele Wechsel beim Kiga-Personal
Ob genügend Personal den Betrieb der Kindergärten garantiere, wollte Keller noch wissen. Alle Einrichtungen seien derzeit versorgt, so Gößmann. Allerdings gebe es viele Wechsel.
Angesichts eines Grundsteuerbescheids im Cent-Bereich wollte Hans Bauer einen Erlass für Beträge unter einem Euro. Es gebe viele Mini-Beträge, sagte Gößmann, weshalb die Gemeinde diese Steuer nicht erlassen könne. Aber man wolle über die EDV die verschiedenen Beträge zusammenfassen.
Kritik am unzureichenden Schneiden der Hecken brachte Jagdvorsteher Jochen Brand vor. Gößmann berief sich auf einen Plan, nach dem im Vier-Jahres-Rhythmus alles geschnitten werde solle.