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Euerbach
Wärmenetz ist nicht umsetzungsreif
Ein Wärmenetz mit den gemeindlichen Gebäuden, hier das Feuerwehrhaus und im Hintergrund die Grundschule, ließ die Gemeinde Euerbach untersuchen.
Foto: Silvia Eidel | Ein Wärmenetz mit den gemeindlichen Gebäuden, hier das Feuerwehrhaus und im Hintergrund die Grundschule, ließ die Gemeinde Euerbach untersuchen.
Silvia Eidel
 |  aktualisiert: 03.04.2025 09:36 Uhr

Ist ein Wärmenetz rund um die gemeindlichen Gebäude mitten in Euerbach günstiger als eine dezentrale Wärmeversorgung? Dieser Frage ging das Institut für Energietechnik (IfE) im Auftrag der Gemeinde nach. Das Ergebnis wurde dem Gemeinderat nun vorgestellt.

Vom Institut aus Amberg erläuterten die Mitarbeiterinnen Pia Meiller und Anette Lang via Online-Schaltung ins Rathaus die Ergebnisse ihrer Untersuchungen. Betrachtet hatten sie zum einen ein großes Wärmenetz, realisiert durch eine Genossenschaft, mit Schule, Feuerwehrhaus, Rathaus sowie Teilen der Hauptstraße, Goethe-, Sonnen-, Schiller- und Auenstraße. Auf eine digitale Umfrage hin hatten sich dort 35 potenzielle Interessenten gemeldet. Zum anderen wurde ein kleines Netz mit den Gemeindeimmobilien untersucht.

In den Beispielen wurde eine variable Heizzentrale am Feuerwehrhaus plus Leitungsnetz und Übergabestation an den Gebäuden angenommen. Verschiedene Varianten an Wärmequellen wurden untersucht: Solewärmepumpe, Luft-Wärmepumpe, Pelletkessel und Hackgutkessel, jeweils mit weiteren Wärmequellen für die Spitzenlast wie Power to heat, also Heizstab, oder Erdgas.

Die Investitionskosten bei einem großen Wärmenetz wären vor allem von den 1,5 Kilometer Leitungen geprägt, so Pia Meiller. Am günstigsten wäre die Pelletvariante. Die biomassebasierten Varianten – Pellet oder Hackgut – hätten auch die niedrigsten Wärmegestehungskosten, mit 16 oder 18 Cent pro Kilowattstunde.

Beim kleinen Wärmenetz wären Luft-Wärmepumpe plus Heizstab sowie die Biomasse-Varianten am günstigsten. Die geringsten Wärmegestehungskosten mit 18 bis 19 Cent hätten Hackgut und Pellet.

Es bräuchte mehr Anschlussnehmer

Bei einem Vergleich der Wärmenetze mit einer dezentralen Versorgung erläuterte Meiller, dass letztere konkurrenzfähig zu einem Verbund sei. "Die Kosten schreien nicht nach einem Wärmenetz", lautete ihr Fazit. Als derzeit kostengünstigste Variante mit den geringsten Gesamtemissionen nannte sie die Biomasseversorgung.

Allerdings, so schränkte sie ein, wenn es mehr Anschlussnehmer und damit mehr Wärmeabsatz gäbe, wäre ein Wärmenetz realisierbar. Die Gemeinde könne schauen, wo in ihren Ortsteilen die Dichte eventuell besser sei und die Werbetrommel rühren.

Aktuell sei ein Wärmenetz nicht umsetzungsreif, meinte Bürgermeisterin Simone Seufert. Wenn, dann sehe sie ein kleines Netz als Favorit. Aber sie hielt eine langfristige öffentliche Förderung von erneuerbaren Energien für essentiell für solche Investitionen.

Derzeit wird Biomasse nicht als fossile Energie betrachtet. Ob das so bleibe und ob eine CO2-Steuer kommen werde, stellte Manfred Peter in Frage. Man könne bei variablen Heizzentralen an Quartierslösungen denken, meinte Jochen Kraft. Allerdings gebe es noch zu wenig Nachfrage, wie ein jüngstes Beispiel in Euerbach ergeben habe, entgegnete Günter Hutter.

Bei den Bauangelegenheiten zeigte sich der Rat einverstanden mit einem Anbau mit Dachterrasse im Altfeldweg sowie einem Carport mit PV-Anlage am Steigberg. Weil dieser bis an die Flussrinne des Gehsteigs heranreicht, war Hutter dagegen.

Zuschüsse aus dem Förderprogramm zur Revitalisierung der Altorte erhält ein Bauvorhaben in der Bäckergasse in Obbach. Günter Hutter war als Betroffener von der Abstimmung ausgeschlossen.

Bratwursthütte geht an die Gemeinde

Einverstanden war der Gemeinderat mit der Spende des Heimat-Trachtenvereins Euerbach, der seine Bratwursthütte an die Gemeinde übergibt, damit sie von anderen Organisationen verwendet werden kann.

Für die Erneuerung der Straßen Dorfgraben und Heimbach in Obbach erhält die Gemeinde 458.310 Euro aus der ELER-Förderung, gab die Bürgermeisterin erfreut bekannt. Die Kostenschätzung für die Maßnahme liegt bei gut einer Million Euro.

Seufert lud noch zu den Osterbrunnenfesten ein: am 6. April in Obbach und Euerbach, am 13. April in Sömmersdorf.

 
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