Eine gute Nachricht für Busfahrer in Sennfeld: Das Problem der 20-minütigen Wartezeit des Busses am Breiten Rain könnte sich lösen. Das wurde bei der Infoveranstaltung zum neuen „Stadtbusnetz 2.0“ im katholischen Pfarrsaal bekannt, zu der laut einer Pressemitteilung der Gemeinde rund 50 Bürgerinnen und Bürger kamen.
Von den Stadtwerken Schweinfurt stand Andreas Stühler, stellvertretender Leiter Personenverkehr und Fahrzeugtechnik, Rede und Antwort. Er erläuterte unter anderem das Zahlungssystem mit der Prepaid-Karte oder der EC-Karte. Verständnis äußerte er für gewisse Ängste, dass ein Fahrgast einen sicheren Ablageort für seine Karte suche oder dass er vergessen könne, beim Aussteigen aus dem Bus wieder auszustechen.
Ein großer Vorteil des neuen Zahlungssystems sei aber, dass stets der beste Preis für eine Strecke abgebucht werde. Dank der Prepaid-Karte müssten die Busfahrer nicht mehr selbst das Fahrtgeld kassieren, zumal es zum Teil auch zunehmend sprachliche Probleme gebe. Die Fahrer würden so entlastet und könnten die Linien- und Zeittreue halten.
Um Ängste abzubauen, schlug Stühler vor, dass sich Senioren an einem Info-Nachmittag bei einer Test-Busfahrt mit den Gegebenheiten vertraut machen könnten. Ein Termin dafür wird mit der Gemeinde vereinbart und bekanntgegeben, sagte Bürgermeister Oliver Schulze.
300-Meter-Radius nicht überall erreichbar
Etliche Fragen drehten sich um die Bushaltestellen für die neue Linie 140 (Sennfeld - Kessler-Field) im Ort. So wurde die Erreichbarkeit jedes Haushaltes in einem 300-Meter-Radius um eine Haltestelle infrage gestellt. Aber um gemeindliche Flächen für eine Haltestelle zu nutzen, müsste teilweise eben eine leicht längere Fußstrecke zurückgelegt werden, so Schulze.
Die neue Namensgebung „Dachsgrube“ für die bisherige Haltestelle „Hauptstraße“ stieß auf Kritik, da das Dachsgruben-Gelände im Dorf woanders liegt. Auch die Haltestelle am Schwimmbad müsste noch optimiert werden.
Was die Kritik an der Wartezeit am Breiten Rain anbelangt, so habe die Gemeindeverwaltung schon Ende Januar die Stadtwerke schriftlich und mit Fotos auf das Problem aufmerksam gemacht, sagte Bürgermeister Schulze. Eine Lösung könnte nun sein, dass der Bus von Schweinfurt kommend alle Haltestellen durchfährt und dann leer vom Schwimmbad zum Plan fährt, wo der Busfahrer vor der künftigen Parkscheune seine Pause einlegen kann. Dort am Plan würde dann auch die neue Tour in Richtung Schweinfurt starten. Es würde künftig also einen Ankunfts- und einen Abfahrtsplan geben.
Die Stadtwerke müssten den Vorschlag aber jetzt erst noch prüfen, erklärte Andreas Stühler auf Anfrage der Redaktion. Mitte April solle ein Ortstermin mit dem Bürgermeister folgen. Eine Umsetzung des Vorschlags sei für August denkbar.