
Mehr als 220 Schülerinnen und Schüler der Schweinfurter Mittelschulen hatten bei einer Berufsorientierungsveranstaltung die Chance, potenzielle Ausbildungsbetriebe kennenzulernen – direkt, persönlich und auf Augenhöhe.
Im Rahmen eines Speed-Datings trafen die Jugendlichen in vier Gesprächsrunden auf 25 regionale Betriebe – vom Handwerksbetrieb bis zum Dienstleister. Veranstalter war die Gesellschaft zur beruflichen Förderung Schweinfurt mbH (GbF) gemeinsam mit den drei Stadtschulen Albert-Schweitzer-, Auen- und Frieden-Mittelschule.
Die Veranstaltung ist Teil der Maßnahme ProPraxis, die seit 18 Jahren in Schweinfurt mit der Unterstützung der GbF läuft, wie der Veranstalter in einer Pressemitteilung schreibt.
"Im persönlichen Gespräch lernen sich Jugendliche und Betriebe besser kennen. Das ersetzt keine Bewerbung, aber es kann die erste Tür öffnen", sagte Henriette Dinkel, Geschäftsführerin der GbF. Besonders die Rückmeldungen der beteiligten Betriebe zeigen die Relevanz der Maßnahme: Einmal pro Woche gehen die Jugendlichen in ein festes Praktikum. Das sei mehr als eine bloße Schnupperwoche, berichten viele Betriebe. Es sei die Basis für tragfähige Ausbildungsentscheidungen.
Großteil der Jugendlichen macht nach der Probezeit die Ausbildung bis zum Ende
In den letzten vier Jahren zeigt sich: Der Großteil der Jugendlichen bleibt nach der Probezeit in der Ausbildung. Die Abbruchquote liegt bei nur rund 17 Prozent – deutlich unter dem bundesweiten Schnitt. Auch Praktikumsabbrüche sind geringer. Stattdessen werden Wechsel aktiv von ProPraxis-Mitarbeitenden begleitet, um eine bessere Passung in die Wunschberufsfelder zu ermöglichen.
Im Anschluss an das Speed-Dating lud die GbF zu einem Austausch mit Stadträtinnen und Stadträten ein. Thema: Die Finanzierung der Maßnahme steht zur Debatte. Die Stadt Schweinfurt finanziert bisher die ProPraxis Maßnahme, doch angesichts knapper Kassen ist die Zukunft ungewiss.
"Es ist ein riesiger Schritt in Richtung Chancengleichheit, wenn Jugendliche individuell begleitet und in den Arbeitsmarkt integriert werden", betonte Johanna Wiedenmann-Nemes, Leiterin der Berufsvorbereitung bei der GbF.
Alle anwesenden Stadträtinnen und Stadträte waren sich einig: ProPraxis sei ein wichtiges und erhaltenswertes Projekt, heißt es in der Pressemitteilung. "In die Jugend zu investieren, lohnt sich – denn die Folgekosten, wären sonst um ein Vielfaches höher", betonte Barbara Mantel, Stadträtin der Grünen. Daher appellierte die GbF an die Stadtpolitik, das Programm weiter zu fördern.