
Suedlink, Atommüll-Endlager oder Grundsteuerreform waren Themen, die Bürgermeister Anton Gößmann bei der Bürgerversammlung zur Sprache brachte. Kritik aus der Versammlung gab es zur Straße Brebersdorf-Kaisten, zur eingeschränkten Nutzung des Jugendzeltplatzes und zum Heckenschnitt an den Waldrändern.
In der Dr.-Maria-Probst-Halle in Wasserlosen erstattete Gößmann den etwa 100 Besucherinnen und Besuchern seinen Bericht. Demnach hat die Gemeinde 3364 Einwohner, die Entwicklung sei weiter negativ, allerdings "nicht so schlimm wie prognostiziert".
In seinem Jahresrückblick nannte er die Glasfasererschließung mit 285 Kilometer verlegter Kabelstrecke und 739 Gebäudeanschlüssen. Laut Gemeinderatsbeschluss werden weitere Häuser noch erschlossen, das Auswahlverfahren ist bereits fertig.
Wasserschaden im Kindergarten
Nach Starkregen hatte es im katholischen Kindergarten Wasserlosen einen Wasserschaden gegeben. Die Gemeinde musste die Renovierung des Untergeschosses übernehmen, so Gößmann.
Weitere Baumaßnahmen betrafen einen neuen, ein Kilometer langen Kernweg bei Schwemmelsbach. Allerdings hat dort ein Landwirt das Schotterbeet angeackert, kritisierte der Bürgermeister. Eine neue Decke hat die Staatsstraße zwischen Rütschenhausen und Greßthal erhalten. Diese soll laut staatlichem Bauamt Schweinfurt aber den nötigen Neubau der Strecke, an der seit zehn Jahren geplant wird, angeblich nicht verzögern.
Das alte Feuerwehrhaus Kaisten ist bereits entfernt, der Rohbau des neuen Gebäudes steht, so Gößmann. Jetzt beginnt der Innenausbau, bis zum Herbst soll das Haus fertig sein. Fertiggestellt ist auch der Platz am Rathaus in Greßthal samt Parkscheune. Nur die Bepflanzung fehlt noch. Heftige Kritik äußerte der Bürgermeister an Müllverursachern in der Flur, an den Wertstoffcontainern oder am Friedhof.
Hoher Schädlingsbefall im Wald
Zum Zustand des Waldes wies Gößmann auf einen hohen Schädlingsbefall, etwa an Eichenprachtkäfern, hin. Wissenschaftlich begleitet werde das Phänomen durch die Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft Freising. Zur Waldflurbereinigung sagte er, die Pläne für die Wege seien fertig. Allerdings hängt der Fortgang an der noch nicht erledigten Vermessung.
Zur Stromtrasse Suedlink, die an fast allen Dörfern der Gemeinde vorbeiführt, erläuterte Gößmann, dass das Planfeststellungsverfahren vor dem Abschluss steht. Die Bundesnetzagentur habe einen vorzeitigen Maßnahmenbeginn genehmigt bekommen. Die Arbeiten zur Erdverkabelung werden noch heuer beginnen. In der Senke bei Greßthal/Rütschenhausen werde es eine große Baustelle geben, als Kabelspulplatz, Materiallager und für die Durchpressung der A7. Nicht tangiert wird die Gemeinde von der Fulda-Main-Leitung.
Ein entsetztes Stöhnen fuhr aber durch die Halle, als Gößmann zur Atommüll-Endlagersuche berichtete. Der Landkreis Schweinfurt sei bereits ausgeschieden, die Gemeinde Wasserlosen noch nicht. Dennoch war der Bürgermeister überzeugt, dass das Lager hier nicht kommen werde angesichts des karstigen Untergrunds.
25 Einwände zur Grundsteuerreform
Zur Grundsteuerreform habe es 25 Einwände bei der Gemeinde gegeben, sagte Gößmann. Allerdings sei das neue System in Bayern – der Messbetrag spiegelt nicht mehr den Wert, sondern nur die Fläche wider – schuld an der Erhöhung. Die Gemeinde habe die Grundsteuer B auch von 340 auf 250 Prozent gesenkt.
Aus der Versammlung forderte Stefan Pfeffermann, dass die Verbindung Brebersdorf-Kaisten richtig saniert werden müsse. Gößmann erklärte, die Gemeinde werde die Straße ordentlich machen. Aber man sei abhängig vom Brückenbau über die A7, der seit zweieinhalb Jahren läuft und dessen Ende unklar sei.
Zur Nutzung des Jugendzeltplatzes Wülfershausen forderte Sieglinde Herold, dass auch private oder Vereins- und Firmenfeiern dort erlaubt werden sollten. Man habe aber schlechte Erfahrungen mit Privatfeiern gemacht, erwiderte der Bürgermeister. Aktuell sei das Gelände wegen der Fördermittel als Jugendzeltplatz eingestuft. Über eine Zulassung anderer Gruppen müsse der Gemeinderat, vermutlich der neue ab 2026 entscheiden.
Die Überquerung der B 303 in Rütschenhausen sei an der Verkehrsinsel für Radfahrer gefährlich, monierte Anton Blum. Sein Vorschlag für eine Ausschilderung über die Ziegelhütte beantwortete Gemeinderat Matthias Kippes, dies sei bereits der Fall. Aber die Radler würden eben anders fahren.
Kritik am uneinheitlichen Schneiden der Hecken am Waldrand durch einen beauftragten Unternehmer äußerte Georg Fella. Feldwege seien nicht mehr befahrbar, Grenzen würden nicht beachtet. Die Gemeinde habe angesichts der mindestens 100 Kilometer Waldrandstrecke einen Plan für wechselndes Schneiden erstellt, so Gößmann. Es gehe aber nicht an, dass stets eine Fläche liegen bleibe.