
Markus Schraub, Abteilungsleiter Tiefbau bei Planungsbüro FPS Schweinfurt, legte in der jüngsten Gemeinderatsitzung ausführlich dar, welche Kontroll- und Überwachungspflicht die Betreiber kommunaler Abwasseranlagen haben. Binnen zehn Jahren muss danach das gesamte Kanalnetz kontrolliert und in einem Kataster erfasst werden.
Derzeit werden von vielen Gemeinden Kanalabschnitte befahren, wenn Schäden vermutet oder festgestellt werden. Dadurch fehlt der kontinuierliche Überblick. Das Vorgehen gliedert sich in vier Phasen: Zustandserfassung durch Befahrung mit Ortung und Vermessung (in Absprache mit der Gemeindeverwaltung), Datenerfassung, Übertragung der Daten in Kanal- und Einleitekataster, Datenauswertung und Planung der künftigen Maßnahmen (Ausschreibungen, Auftragsvergabe, Überwachung der Kanalmaßnahmen), Update des Kanalauskunftssystems für die Gemeinde.
Während in Gochsheim etwa 70 Prozent des Kanalnetzes in irgendeiner Form erfasst und davon 80 Prozent in der Datenbank sind, existieren für Weyer nur Oberflächenpläne, die aber vermutlich oft von der Realität im Untergrund abweichen, eine Datenbank fehlt völlig.
Kosten von mehr als 1,3 Millionen Euro
Die Kosten ergeben sich nach verschiedenen Teilleistungen und beginnen mit einer Pauschale von 550 Euro pro Befahrungsabschnitt. Da die Kommune selbst die Größe der Abschnitte nach ihrer Finanzierbarkeit festlegt, fallen kleine Abschnitt im Verhältnis teurer aus. Die übrigen Teile werden nach laufenden Kanalmetern, Anzahl der Hochschächte und Stundenaufwand verrechnet.
Dies ergibt für Weyer eine Kostenschätzung von 202.000 Euro brutto, für Gochsheim von 1.034.000 Euro. Die Vermessung des Kanalnetzes in Weyer ist mit 60.000 Euro angesetzt, für Gochsheim mit 58.000 Euro, da hier bereits Daten vorhanden sind. Der Gemeinderat beschloss alle Vorlagen der Verwaltung einstimmig.
Schraub beantwortete zusätzliche Fragen von Dirk Hachtel: Warum müssen die eingehenden Daten nachbearbeitet werden? und Edwin Hußlein: Bieten die so ermittelten Daten Rechtssicherheit, damit sie für die Kalkulation genutzt werden können?
Straßentauben bewohnen jetzt zwei Taubenschläge
Tauben stoßen bei manchen Leuten auf Ablehnung, besonders wenn sie sich stark vermehren und Gebäude verschmutzen. Deshalb kümmert sich seit 2017 Harald Lommel im Auftrag der Gemeinde um die innerörtlich ansässigen verwilderten Haustauben, was aber nur Sinn ergibt, wenn er auf deren Gelege Zugriff hat. Daher wurde damals ein kommunaler Taubenschlag eingerichtet, allerdings geduldet auf einem Privatgrundstück. Deshalb beschaffte die Gemeinde 2024 einen zweiten Bauwagen, der vom Bauhof am Ortsrand aufgestellt wurde. Ein Schreiner baute 25 Nistzellen ein. Lommel unternahm mehrere Versuche, eine größere Zahl der Tauben aus ihrem bisherigen Domizil in den neuen Wagen umzusetzen, aber zunächst erfolglos. Mit seinem Sohn veränderte er die Zugänge und konnte so fast die Hälfte der 60 Tauben umsetzen. Die freigewordenen Nistzellen lockten teilweise neue Tauben an, wodurch Lommel jetzt noch mehr Eier durch Gipseier ersetzen kann. Die Zahl der entnommenen Eier hat sich vom Höchststand (2022: 500 Eier) auf 266 im letzten Jahr reduziert. Von einer Taubenplage könne man also nicht mehr sprechen. Bürgermeister Manuel Kneuer dankte Lommel für seinen unermüdlichen Einsatz.
Das Baugesuch für einen Anbau ans bestehende Wohnhaus in der Beethovenstraße wurde einstimmig befürwortet. Auch dem ISEK der Gemeinde Sennfeld wurde zugestimmt. Ein Schwerbehinderten-Parkplatz in der Hadergasse wird umgewandelt, da der Betroffene kein Auto mehr fährt. Vier Mainbogengemeinden richten eine App desselben Anbieters ein, die im Verlauf der nächsten Monate nutzbar wird. Die Vereinsbeiträge werden durch die Gemeinde kontrolliert.