
Trotz Milliardenpaket in Berlin: Am Biegenbach gibt es auch im Jahr 2025 noch Freibier und Weißwurstfrühstück für alle. So geschehen zum 50. Geburtstag von Bürgermeister Thomas Hemmerich, der unlängst privat auf den Marktplatz eingeladen hatte, inklusive Politprominenz und Kapelle. Im Gemeinderat bedankte der Rathauschef sich nun für die zahlreichen Spenden, die den Vereinen zugutekommen sollen.
Weder Freibierstimmung noch "Katzenjammer" herrschte bei der Haushaltsverabschiedung. Als "grundsolide" bezeichnete Hemmerich das Budgetwerk, das nach Vorberatung in der jüngsten Sitzung ohne Debatte oder Gegenstimmen verabschiedet wurde. Außer den Schwerpunkten – neues Feuerwehrauto, der geplante Bauhof, Breitbandausbau, Straßensanierungen – geht es auch um die Konversion der Conn Barracks oder den Abschluss der LED-Umrüstung bei der Straßenbeleuchtung. "Was können wir uns leisten, nicht leisten?" Für Hemmerich ist das die aktuelle Frage, angesichts einer rückläufigen freien Finanzspanne: "Wir müssen uns auf der Einnahmenseite besser aufstellen". Auch Energiewendeprojekte wie Windkraft oder Stromspeicher würden künftigen Haushalten guttun.
Für die Liegenschaften
Kämmerer Pascal Schäfer erläuterte die Zahlen. Am markantesten ist das Thema Kreisumlage: Die sollte eigentlich von 41,5 Prozent auf 44 Prozent steigen. Daraus wurden nun 43,5 Prozent. Die in der Planung "freigewordenen" 31.700 Euro kommen nun den gemeindlichen Liegenschaften zu Gute. Die Umlage beträgt dennoch rund 1,54 Millionen Euro: mehr als die Personalkosten von 1,47 Millionen Euro. Die Rücklagen der Kommune werden wohl von 2,09 Millionen Euro im Vorjahr auf etwas über 188.000 Euro im Jahr 2028 schwinden. Im gleichen Zeitraum sollen die Schulden erst sinken und dann wieder moderat steigen, von aktuell 1,9 Millionen Euro auf 2,2 Millionen Euro. Die für 2025 geplante Pro-Kopf-Verschuldung von 633 Euro liegt deutlich unter dem Landesdurchschnitt (von zuletzt 749 Euro). "Die Kassenlage ist stabil", betonte der Leiter der Finanzverwaltung, man habe liquide Mittel.
Erfreulich ist auch die Lage der KÖB, der "Katholischen öffentlichen Bücherei", gleich gegenüber des Ratssaals: Leiterin Manuela Schießer berichtete von 171 Öffnungsstunden, mit 316 Leserinnen und Lesern, die sich 8110 Mal Medien ausgeliehen haben: ein deutliches Plus gegenüber 2023. Bei der Leserschaft gab es 57 Neuzugänge und 2350 Besuche, auch wenn die vier Mitarbeiterinnen sehr viel ehrenamtlichen Zeitaufwand haben. 7651 Medien sind im Bestand, mit dem Schwerpunkt auf Kinderbücher, aber auch Tonis und Spiele finden großes Interesse. Möglich wird der Betrieb durch die Kooperation mit der Austauschbücherei in Würzburg und anderen kirchlichen Organisationen wie dem Michaelsbund.
Großartiges Engagement
Dazu kamen acht Vorlese- oder Bastelnachmittage und zwei Lesungen für Kinder, der Ferienspaß, ein Tag der offenen Tür sowie ein Besuch von der Grundschule. Zusätzlich zu den bisherigen Öffnungszeiten am Montag und Donnerstag hat die KÖB nun auch am jeweils ersten Dienstag im Monat geöffnet, von 9.30 und 10.30 Uhr. Ein Dankeschön gab es an den Gemeinderat, für die Spende des Sitzungsgelds Ende 2024. Mit "Respekt" gab Markus Vogel das Kompliment zurück, das Engagement des Teams sei großartig.
Bezüglich einer Idee aus dem Gremium, den Kirchturm nebenan zu illuminieren, trat nun die Regierung von Unterfranken auf die Bremse. Dort brüten Turmfalken, auch Fledermäuse werden in "Altbeständen" vermutet. Im Sommer wird die Population der tierischen Untermieter noch einmal überprüft werden, bis dahin sollen die Lampen aus bleiben. Das Dorfwahrzeichen ist bis vor wenigen Jahren noch angestrahlt worden. Infolge von Ukrainekrieg und Energiesparzwang gingen dann die Lichter aus. Jetzt ist angedacht, das Gebäude zumindest bei Veranstaltungen zu beleuchten, was, Stichwort Lichtverschmutzung, bis 23 Uhr erlaubt wäre.
