Wächst der Lieferant der Äppelwoi-Frucht auch im Schwanfelder Gemeindewald? Als Wildwuchs zählt der Speierling zu den seltensten Bäumen Deutschlands, mit wenigen tausend Vertretern seiner Art. "Einen haben wir (neu) gefunden", meinte Bürgermeisterin Lisa Krein am Ratstisch, zum Schwanfelder Bestand. Revierförsterin Selina Schott berichtete von mehreren kartierten Exemplaren dieser wärmeliebenden Baumart, bei der Präsentation des Forstgutachtens. Der Speierling gilt als noch klimaresistenter als die Elsbeere.
Alle drei Jahre geht es in die Jagdreviere, wo längerfristige Waldverjüngung, die Durchmischung der Baumarten, in Anpassung an den Klimawandel, sowie Wildverbiss die großen Themen sind. Die Fränkische Platte gilt als die trockenste Gegend Bayerns. Viele alteingesessene Bäume leiden, wenn nicht an Dürre, dann in der Folge an Schädlingen oder Krankheiten wie dem Eschentriebsterben. Insbesondere die Fichte sei nicht mehr klimastabil, so Schott. Eiche, Kirsche, Elsbeere oder eben Speierling gelten da als robuster. Nur steht letzterer allzu oft im Schatten schnell hochwachsender Nachbarn.
Für das forstliche Gutachten wurden nun die drei Jagdreviere rund um Schwanfeld unter die Lupe genommen. Im Südosten, Bereich Eichen, habe man prinzipiell schönen Wald mit den Namensgeberinnen, sagte Schott - aber auch viel Verbiss, durch Hase wie Reh. Hier seien die Schäden deutlich zu hoch. Im zweiten, westlichen Revier am Steinberg, findet sich viel frisches Edellaubholz, nur leider auch manch Baumschädling wie Schwammspinner und Prachtkäfer.
Im dritten Revier, im Norden und Nordwesten, scheint am Hennach noch natürliche Verjüngung möglich zu sein. Es gibt laut Gutachten allerdings auch starke Vergrasung und Verunkrautung, An der "Tasche" findet sich wieder starker Verbiss. Die Esche zeigt sich buchstäblich angefressen und ragt kaum über "Äserhöhe" hinaus. Auch hier ist der Schwammspinner und die Rußrindenkrankheit unterwegs, ein aggressiver Pilz, der den Ahorn schädigt. Das geschwärzte, sporenhaltige Holz muss als Sondermüll verbrannt werden.
Die Revierförsterin schlug "Weiserzäune" vor, am Hennach und an den Eichen. Die auf zehn mal zehn Meter eingezäunten Bereiche (die den Kontrast zu Verbissflächen anzeigen) verursachten zwar Kosten, würden aber auch gut gefördert, sagte Stoll. Am besten würden diese jährlich überprüft, meinte sie auf Nachfrage von Kurt Engel. Das Wild selbst zu füttern verbiete das Jagdgesetz, möglich seien aber Kirrungen -Lockfütterungen -, um es im Wald zu leiten: "Die Menge machts", meinte die Vertreterin des Forstamts.
Gemeinderätin Mareike Eselgrimm wies darauf hin, dass die Jäger ihren Abschussplan beim Wild bereits erhalten haben. An den gültigen Quoten soll auch nicht mehr gerüttelt werden. Alles in allem, sagte Schott, seien die Schäden rund um Schwanfeld deutlich geringer als anderswo in ihrem Zuständigkeitsbereich, etwa bei Werneck oder Wasserlosen. In der Kembachgemeinde wüchsen sogar die "schönsten Eichen im ganzen Revier." Dann gibt es noch die Submissionsergebnisse 2025: Es wurden 15 Festmeter Wertholz verkauft, mit 11.629 Euro Erlös.
Für den Umbau des ehemaligen Schwesternhauses zu Gunsten des Kindergartens, mit Bewegungsraum, stehen 40.000 Euro im Haushalt 2025 bereit. Bei der Korkbeschichtung des Bodens sprach sich der Gemeinderat tendenziell für einen hellen Farbton aus.
In der Bürgerversammlung war der Wunsch nach Dachflächen-PV-Anlagen auf öffentlichen Gebäuden der Gemeinde laut geworden. Aktuell kann sich der Gemeinderat nicht mit neuen Projekten anfreunden. "Es gibt private Flächen, die noch frei sind" - darauf verwies André Wunderling. Zwischendurch hieß es für zwei Gemeinderäte aufspringen und die Sitzung verlassen: Um 19.59 Uhr meldete der Feuerwehr-Alarm auslaufenden Kraftstoff in der Bismarckstraße.