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Dittelbrunn
Hamster, Milan, Solar und Windrad als natürliche Gegner?
Uwe Eichler
 |  aktualisiert: 30.03.2025 03:29 Uhr

Mit sehr viel vorgeschriebener "Behörden-Belletristik" in Sachen Photovoltaik hat sich der Gemeinderat kürzlich in seiner Sitzung befasst. Wie die Verwaltung zum Sitzungsverlauf mitteilt, begann diese mit einer Schweigeminute: für den vor kurzem verstorbenen Pfarrer Stefan Mollner, langjähriger Leiter der Pfarreiengemeinschaft Marienbachtal.

In der Sitzung ging es dann unter anderem um das geplante Areal für Freiflächen-Photovoltaik (PV) im Südwesten von Holzhausen. Vor allem seitens der Regierung von Unterfranken gibt es Bedenken: Gemäß Landesplanung sollen im betroffenen Vorbehaltsgebiet WK 52 auch Windräder möglich sein. Durch PV-Anlagen würde einiges an Fläche verloren gehen, hieß es in der Stellungnahme: aufgrund deren Ausgleichsflächen zu Gunsten des Feldhamsters. Für Solarprojekte gebe es auf Gemeindegebiet noch alternative Flächen mit geringerem "Raumwiderstand".

In Würzburg wurde zudem darauf hingewiesen, dass insgesamt drei PV-Gebiete in der Gemeinde geplant seien. Betroffen seien 96 Hektar oder 7,8 Prozent der kommunalen Landwirtschaftsfläche, die nicht mehr als Ackerland nutzbar wären. Auch mehrere Gemeinderäte sehen diesen Punkt kritisch. Die Gemeinde erkennt in ihrer Stellungnahme das Windvorbehaltsgebiet grundsätzlich an, das durch den Solaranlagenbau aber nicht ausgeschlossen würde. Durch die Verhältnisse vor Ort wäre ohnehin nur eine begrenzte Anzahl an Rädern möglich, heißt es im Rathaus. Bei einem Wegfall des PV-Projekts stünde nicht automatisch mehr Windkraftfläche zur Verfügung. Dazu käme der bei Windrädern nötige Abstand zur Wohnbebauung.

Der Feldhamster müsste beim Bau von Windkraftanlagen ebenfalls geschützt werden, sagt die Verwaltung, inklusive Ausgleichsflächen. Dessen natürlicher Beutegreifer, der Rotmilan, der durch ein solches Hamsterrefugium angelockt werden könnte, gilt wiederum als klassisches Schlagopfer von Rotorblättern. Zusammengefasst ist aus Gemeindesicht eine Windkraftnutzung im Vorbehaltsgebiet weiterhin möglich, neben den Solaranlagen. Die Abwägungen wurden mit 15 gegen drei Stimmen gebilligt.

PV-Anlage bei Pfändhausen soll durch Hecke abgeschirmt werden

Bezüglich der geplanten Ausweisung eines weiteren PV-Sondergebiets, westlich von Pfändhausen, gab es bislang nur eine frühzeitige Beteiligung der Träger öffentlicher Belange. Hier sollen 12,5 Hektar der Sonnenenergie-Gewinnung dienen. Die Verwaltung stellt dazu fest, dass das Areal nicht komplett "unsichtbar" sein wird, aber durch eine Hecke abgeschirmt werden kann und teilweise von Wald umgeben ist. Die Stellungnahmen wurden mit 14 gegen vier Stimmen abgesegnet.

An der Gebührenschraube wird bei den gemeindlichen Kitas gedreht. Insgesamt betreut die Kommune nun 575 Kinder in vier Einrichtungen: 105 Krippenkinder, 261 Kinder in Regelgruppen sowie 209 Hortkinder. Aktuell sind dort 105 Mitarbeiterinnen oder Mitarbeiter beschäftigt. Die Sach- und Unterhalts-, vor allem aber Personalkosten steigen enorm. Für 2025 wird mit einem Defizit von rund einer Million Euro gerechnet, bei einer Kostendeckung von nur noch 82 Prozent. Über die vergangenen fünf Jahre hinweg hatte die Gemeinde eine durchschnittliche Unterdeckung von 412.000 Euro zu tragen, mit entsprechender Haushaltsbelastung.

Der Basispreis beim ersten Kind, das für drei bis vier Stunden betreut wird, soll in der Krippe um zehn Euro, im Kindergarten um fünf Euro und im Hort, je nach Buchungszeitraum, um fünf oder zehn Euro angehoben werden. Die Gemeinde verweist auf staatliche Förderungen für die Kitanutzer und verspricht sich selbst Mehreinnahmen von 19.000 Euro. Die Gebührenbefreiung ab dem dritten Kind bleibt bestehen, auch am Getränkegeld oder den Gebühren für die Mittagsverpflegung ändert sich nichts. In namentlicher Abstimmung wurden außerdem erste Planungsaufträge für die Generalsanierung des Schwimmbads und der Turnhalle in Dittelbrunn auf den Weg gebracht (mit zwölf zu sechs Stimmen).

 
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