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SCHWEINFURT
Frühlingsgefühle und die Sprache der Blumen
Bearbeitet von Kirsten Mittelsteiner
 |  aktualisiert: 31.03.2025 02:33 Uhr

Beim Spaziergang kann man schon die ersten Krokusse, Narzissen und Tulpen erblicken. Diese zählen bekanntlich zu den ersten bunten Frühblühern und kündigen den Frühling an. Die Nelke ist eine Sommerblume und findet sich auf vielen Gemälden in der Kunst der Frühen Neuzeit auch neben kostbaren Tulpen und herbstlichen Astern zu Kränzen gebunden oder in Vasen arrangiert wieder.

Sicherlich hat man solche Stillleben vor Augen. Eine derartige bunte Vielfalt, welche im Rhythmus der Natur nicht zeitgleich vorkommt, konnte damals nur in Gemälden zusammengestellt werden. Als Vorlage für die Maler dienten sicherlich Illustrationen aus Kräuterbüchern. Dafür wurden einzelne Pflanzen mit allen Bestandteilen detailgetreu nach der Natur gezeichnet und diese präzisen Abbildungen mit ihrem botanischen Namen versehen in Büchern gebunden.

Bereits in der Antike wollte man das Wissen über die Pflanzen, welche zu medizinischen Zwecken genutzt wurden, sammeln und beschrieb dementsprechend auch im Mittelalter deren Heilkräfte. Später, in der Barockzeit kam es verstärkt in Mode, Gärten für das Auge anzulegen und Pflanzen zu züchten oder exotische Blumen aus fernen Ländern herbeizubringen – auch um außergewöhnliche und neue Exemplare zur Zierde zu gewinnen.

Der Garten wurde zum Prestigeobjekt und so wollten auch deren stolze Besitzer ihre vergänglichen Kunstwerke in Büchern verewigt wissen. Ein besonderes Exemplar ist der „Hortus Eystettensis“ mit 367 großformatigen Abdrucken von Kupfertafeln. Die Sammlung der Abbildungen aus dem „Eichstätter Garten“ des Fürstbischofs ist erstmals im Jahre 1613 erschienen.

Eine dieser Tafeln ist im Bild zu sehen: Drei verschiedene Arten der Caryophyllus sind von der Wurzel über das Blattwerk bis zur offenen Blüte dargestellt. Um welche Blumenart handelt es sich? Sie wird Nelken genannt. Wie filigran die verästelten Wurzeln und die zarten ausgefransten Blütenblätter in verschiedenen Farben kunstvoll auf das Papier gestaltet wurden ist heute noch faszinierend. Gerade auch, wenn man bedenkt, dass diese qualitätvollen Illustrationen den Grundstein für die Entwicklung der modernen Botanik als Wissenschaft gelegt haben.

Abschließend sollen noch Blumen sprechen, denn was die Nelke symbolisch vermitteln kann, ist nicht mehr so geläufig, und deshalb mögen wenige Beispiele wiederentdeckt werden: In der christlichen Kunst begleiten Nelkenblüten ikonografisch häufig Mariendarstellungen und wurden mit der Passion, dem Leiden Christi bei seiner Kreuzigung, in Verbindung gebracht. Letzteres deshalb, weil man die Form der Gewürznelke als „Nagel Christi“ deutete.

Der Name der Gewürznelke ist im 15. Jahrhundert auf die Gartennelke übergegangen. Manche Sorten der Gartennelke duften sehr ähnlich wie das exotische Gewürz. Diesem Duft soll eine aphrodisierende Wirkung nachgesagt werden und damit könne mit diesen Blumen neben Liebe und Mut auch die Fruchtbarkeit in Brautbildern assoziiert werden. Angeblich soll die Nelke bis zum Ende ihre Farbe behalten und deshalb auch als Freundschaftssymbol von Bedeutung sein. Dieses Kunstwerk kann man auch demnächst beispielsweise gemeinsam mit Freunden in der Ausstellung betrachten.

Die Verantwortlichen im Museum Otto Schäfer starten im Zusammenhang mit der Reihe „Objekt des Monats“ eine Verlosung und freuen sich über Teilnehmende, die folgende Frage beantworten: Wie ist der Name der Künstlerin, welche ab April „Schöne Aussichten!“ zum Thema Natur und Mensch in der Kulturvilla präsentiert? Die Lösung kann per Mail an info@museumottoschaefer.de geschickt werden. Damit nimmt man an der Verlosung am Dienstag, 15. April, teil und bekommt vielleicht ein kleines Überraschungspäckchen inkl. zweier Freikarten überreicht.

 
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