
Die GbF Schweinfurt öffnete ihre Werkstätten und Ausbildungsbereiche für die Öffentlichkeit. Beim "Tag der offenen Werkstätten" erhielten interessierte Jugendliche, Eltern und Betriebe praxisnahe Einblicke in verschiedene Berufsausbildungen – von Holz- und Metallverarbeitung über Hauswirtschaft bis hin zu kaufmännischen Berufen. Ein besonderer Fokus lag auf den individuellen Bildungswegen, die die GbF in ihren Berufsvorbereitungs- und Ausbildungsprogrammen ermöglicht, heißt es in einer Pressemitteilung der GbF, der folgende Informationen entnommen wurden.
Neben den informativen Einblicken in verschiedene Berufsfelder bot die Veranstaltung auch zahlreiche Mitmach-Aktionen, bei denen die Besucherinnen und Besucher ihre handwerklichen Fähigkeiten direkt testen konnten. So konnte im Bereich Holzverarbeitung ein Osterhase ausgesägt werden, dessen Ohren und Befestigung in der Metallbearbeitung gebogen und angebracht wurden. Anschließend hatten die Besucher die Möglichkeit, die Hasen bei den Malern individuell zu gestalten und sie schließlich bei den Hauswirtschaftern mit Bändern zu verzieren.
So entstand nicht nur eine persönliche Osterdekoration, sondern auch ein praktischer Einblick in verschiedene Berufsfelder. In der "Hermanns Galerie" konnten weitere handgefertigte Dekoartikel aus den GbF-Werkstätten erworben werden. Für das leibliche Wohl sorgte das Küchenteam der GbF, das die Gäste mit frisch zubereiteten Speisen und Snacks verwöhnte.
Individuelle Förderung als Schlüssel zum Erfolg
Neben der Berufsvorbereitung bietet die GbF eine Reha-Ausbildung für Fachpraktiker in verschiedenen Berufsfeldern an. Gertrud Türk, Geschäftsführerin der GbF, betonte dabei den besonderen Ansatz der Einrichtung: "Wir haben den Kompetenzansatz, nicht den Defizitansatz, wenn wir auf Menschen mit speziellen Herausforderungen schauen. Das unterscheidet uns vom regulären Ausbildungsmarkt".
Auch Jens Samfass, Malermeister und Ausbilder bei der GbF, berichtete von den Erfolgen der Auszubildenden: "Fast alle Azubis bestehen ihre Prüfungen erfolgreich und werden in den Betrieben sehr gut aufgenommen. Besonders wichtig ist dabei die zusätzliche Förderung in Form von Stützunterricht, zum Beispiel in Mathematik, um ihre Chancen weiter zu verbessern".
Nicht nur die berufliche Qualifikation, sondern auch die sozialpädagogische Begleitung spielt bei der GbF eine zentrale Rolle. Claudia Pannek, Sozialpädagogin bei der GbF, erläuterte die Bandbreite der Unterstützung: "Wir begleiten die Jugendlichen nicht nur fachlich, sondern stehen ihnen auch in schwierigen Situationen zur Seite – sei es bei familiären Problemen, der Wohnungssuche oder Planlosigkeit. Oft reicht schon ein kurzes Gespräch nach einem herausfordernden Tag, um wieder motiviert weiterzumachen".
Wirtschaftsstandort für das Handwerk
Der "Tag der offenen Werkstätten" zeigte einmal mehr die Bedeutung praxisnaher Berufsorientierung in Schweinfurt als Wirtschaftsstandort für das Handwerk. Für viele Jugendliche wurde aus einer ersten Orientierung ein konkreter Plan für die eigene Zukunft.
MdL Martina Gießübel lobte die Arbeit der GbF: "Ich begrüße diese Ausbildungskonzepte, da sie die Wertschätzung der Jugendlichen zeigen. Sie brauchen Zeit, um sich entwickeln zu können. Und das können sie in diesem geschützten Rahmen tun". Aktuell absolvieren rund 50 Auszubildende in verschiedenen Fachrichtungen ihre Ausbildung bei der GbF – Tendenz steigend.
