Bei seinem Heimspiel im Sportheim in Zell traf Üchtelhausens Bürgermeister Johannes Grebner in der Diskussionsrunde der Bürgerversammlung auf 34 Bürgerinnen und Bürger, die einiges an Redebarf mitgebracht hatten. Die ganz heißen Eisen waren nicht dabei, Alltagsärgernisse aus dem 706-Einwohner-Gemeindeteil dafür umso mehr.
Bei der ersten Frage des Abends brachte eine Bürgerin gleich einmal die 4000-Einwohner-Gemeinde Üchtelhausen mit der großen Bundespolitik zusammen. Wird die klamme Gemeinde davon profitieren, wenn die neue Regierung einer Neuverschuldung zustimmt und ein neues Milliardenpaket schnürt? Der Bürgermeister hofft darauf. Das hänge aber noch davon ab, wann und welche für Üchtelhausen relevanten Förderprogramme dann tatsächlich kommen.
Zahl der Hortplätze muss erhöht werden
Die nächsten Fragen beschäftigten sich mit dem Hort in Üchtelhausen und dem Kindergarten in Ebertshausen. Ab dem Schuljahr 2026/27 wird die Ganztagsbetreuung in bayerischen Grundschulen verpflichtend sein. Aber erfüllt der Hort in der Grundschule in Üchtelhausen nicht schon diesen Zweck?, wollte eine Bürgerin wissen. "Mein Ziel ist es, am Hort vollumfänglich festzuhalten und ihn weiter zu führen", antwortete der Bürgermeister, der anmerkte, dass ab 2026 auch die Kommune einen Teil der Betreuungskosten übernimmt; der andere Teil wird abgedeckt durch Elternbeiträge und staatliche Zuschüsse. Aktuell werden 52 Hortplätze zur Verfügung gestellt, nach der zurückliegenden Bedarfsumfrage muss auf über 100 Plätze erhöht werden. Die Beteiligung der Gemeinde dürfte sich dann auf rund 100.000 Euro belaufen.
Die Bürgerin wundert sich außerdem, dass für die Gemeinde mit den wenigsten Kindern derart viel Geld investiert wird. Gemeint ist der bevorstehende Kindergarten-Neubau in Ebertshausen. "Wäre es nicht zumutbar, dass sie ihre Kinder nach Hesselbach fahren?", fragte die Bürgerin. Bürgermeister Grebner lobte den Kindergartenverein in Ebertshausen als einen der aktivsten und beständigsten in der Gemeinde. Der Kindergarten wird dann nicht nur von Ebertshäuser Kindern besucht, sondern auch vom benachbarten Madenhausen sowie, falls der Kindergarten in Hesselbach ausgebucht ist, Kindern von dort. Der neue Kindergarten in Ebertshausen würde außerdem Kapazitäten schaffen, um "U3-Kinder" im Norden der Gemeinde in einer Gruppe unterzubringen, klärte Grebner auf.
Wenn die Bürgerversammlung als Stimmungsbild dient, kann wohl behauptet werden, dass die Hinterlassenschaften von Hunden in Zell mittlerweile zum Himmel stinken. "Der Hund ist nicht daran schuld", brach ein Bürger inmitten der vielen Wortmeldungen zum Thema eine Lanze für die Vierbeiner. Mehr in die Pflicht genommen werden sollen dagegen die Menschen am anderen Ende der Leine. Finanziert durch die Hundesteuer wird die Gemeinde sogenannte Hundekotbeutel-Spender verteilt im Gemeindegebiet an beliebten Gassi-Strecken anbringen. Ein Allheilmittel? Daran glauben nicht alle Bürger.
Ein Kreisverkehr als optimale Lösung
Ein echter Evergreen bei den Bürgerversammlungen ist die Staatsstraße 2280. "Wie schlecht muss sie noch werden?", fragte ein Bürger, der sich über die "Flickschusterei" dort aufregt. Laut Grebner bestehe die Hoffnung, dass die Fahrbahn innerhalb der nächsten zwei Jahre umfassend erneuert wird. Die Zeller würden sich außerdem auf der Staatsstraße eine besser Lösung bei der Abbiegung von Schweinfurt kommend links runter nach Zell wünschen. Ginge es nach Bürgermeister Grebner, wäre dort ein Kreisverkehr die optimale Lösung. Einige Bürger fordern zudem, dass es für Fußgänger und Fahrradfahrer eine Unterführung an der Staatsstraße von Zell in Richtung Üchtelhausen geben müsste.