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Niederwerrn
Die Niederwerrner Hallengebühren bleiben auf dem Stand von 2022
Ein 'Schlüsselgrundstück' im Altort: Der Bereich Unterbrunnen soll künftig ebenfalls revitalisiert werden – noch ohne konkrete Pläne.
Foto: Uwe Eichler | Ein "Schlüsselgrundstück" im Altort: Der Bereich Unterbrunnen soll künftig ebenfalls revitalisiert werden – noch ohne konkrete Pläne.
Uwe Eichler
 |  aktualisiert: 02.04.2025 02:38 Uhr

Pardon, ich brauch' Ihr Haus: Nach diesem Motto soll Niederwerrns "findige Bürgermeisterin" Bettina Bärmann um Platz für die Neue Mitte geworben haben, laut österreichischer Tageszeitung "Die Presse". Diese hat das prämierte Projekt zur Ortskernrevitalisierung "600 Kilometer nordwestlich von Wien" als vorbildlich für die Alpenrepublik gelobt.

In der jüngsten Gemeinderatssitzung ging es allerdings mehr um das alte Streitthema Hallengebühren, das bei den Vereinen auf wenig Begeisterung stößt. 2022 hatte es die letzte Erhöhung gegeben, im vergangenen Herbst war eine weitere Anhebung gescheitert. Nun wurde ein angepasster Vorschlag der Verwaltung abgelehnt – bezüglich Gemeindezentrum, Hugo- von-Trimberg- und Oberwerrner Schulturnhalle. Insbesondere CSU und Freie Wähler stimmten dagegen.

Kostendeckung angemahnt

Der Kommunale Prüfungsverband mahnt seit längerem Kostendeckung an. Andreas Harth stellte den Prüfungsbericht vor. Die Forderung würde sicher aufrechterhalten, so der Kämmerer. Bei einer künftig möglichen Darlehensaufnahme könnte eine Genehmigung durch das Landratsamt mit entsprechenden Auflagen verbunden werden, meinte Harth gegenüber dieser Redaktion.

Zuletzt war im Gemeinderat der Wunsch laut geworden, die Gebühren für Kinder und Jugendliche unverändert und die Satzung erst Anfang 2026 in Kraft treten zu lassen – um den Vereinen die Möglichkeit zu geben, sich vorzubereiten.

Der aktuelle Deckungsgrad der Betriebskosten bewegt sich zwischen 16 Prozent (Oberwerrn), 20 Prozent (Trimberghalle) und 25 Prozent, im besonders stark genutzten Gemeindezentrum. Dort war eine Verdoppelung des Kostendeckungsgrads das Ziel, in den anderen Fällen eine Steigerung um etwa zehn bis 15 Prozentpunkte.

Vereinsverantwortliche nicht demotivieren

Die Verwaltung schlug nun vor, die Hallen ganzjährlich zu öffnen, bei einheitlichen Gebühren, diese bei Kindern und Jugendlichen unverändert zu lassen, stunden-, nicht tagweise abzurechnen und die Frist bis 2026 zu wahren.

Als Mitglied des Finanzausschusses sei sie der Meinung, dass erhöht werden müsse, meinte Gabriele Reuß. Allerdings habe sie Bedenken, wenn sie die finanzielle Lage der Vereine anschaue. Man sollte erst in fünf Jahren neu kalkulieren und die Verantwortlichen nicht demotivieren: "Es wird schwierig werden, weiterhin Vorsitzende und Vorstände zu bekommen."

Man sei "glücklich" über die Vereinsarbeit und fördere sie auch, so Bettina Bärmann. Jede Hallennutzung verursache allerdings hohe Kosten, auch ohne Investitionen. Es gehe um Steuergelder, mit denen die Vereine von über 8000 Nichtmitgliedern in der Gemeinde subventioniert würden. Die vorletzte Erhöhung sei zur Zeit der DM-auf-Euro-Umstellung 2002 gewesen.

Mit 8:12 Stimmen gescheitert

Michael Haag erinnerte daran, dass auch die 8000 Nichtmitglieder kulturelle und sportliche Veranstaltungsangebote erhielten, etwa beim Dramatischen Verein. Roland Fick wünschte sich eine bessere Einbeziehung der Vereine. Die Zahlen wären transparent, widersprach Bärmann, bei der Sitzung seien zudem Vereinsvertreter anwesend.

Wolf Dietrich Lang plädierte für eine moderate Anhebung der Gebühren und Kompromisse. Letztlich scheiterte der Verwaltungsantrag mit acht zu zwölf Stimmen.

Kranke Linde am Unterbrunnen entfernt

Künftig soll an der Schweinfurter Straße auch der Bereich Unterbrunnen neu gestaltet werden. Die Gemeinde hat in dem Bereich ein Vorkaufsrecht. Die erkrankte Linde wurde entfernt, soll aber ersetzt werden. Daneben könnte ein Familienstützpunkt als Beratungsstelle des Landkreises untergebracht werden. Es sei ein Schlüsselgrundstück im Altort, so Bärmann, konkrete Pläne gebe es aber noch nicht.

Irritiert zeigte sich Felix Wohlfahrt, nach einem Hinweis aus der Bürgerversammlung in Oberwerrn: Auf einem Immobilienportal im Internet werden dort 20.000 Quadratmeter Industriefläche angeboten, durch einen Makler. Im Rathaus weiß man von keiner Anfrage, geschweige denn, dass ein solches Projekt erwünscht oder genehmigt wäre.

 
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