
Insgesamt gibt es unter den etwa 420 Schwemmelsbacher Einwohnern derzeit vier Männer, die den Namen Josef tragen. Parallel kommt noch das passende weibliche Pendant mit Josefin hinzu. Die beiden örtlichen Gemeinderäte, Dominik Zeißner und Christian Hofmann, hatten erstmals in diesem Jahr die Idee, diese fünf Personen anlässlich des fast vergessenen, ehemaligen Feiertags am 19. März, dem Josefstag, zu einer Brotzeit einzuladen.
Drei Namensvetter sind der Einladung in die Alte Schule auch prompt gefolgt. Mit dieser Geste wollten die beiden Gemeinderäte die nahezu verlorene gegangene Bedeutung dieses wichtigen Tages ein Stück weiter wieder hervorheben und Glanz verleihen. Immer mehr Feste und Feierlichkeiten, wie etwa "Halloween" oder "Thanksgiving", um nur einige zu nennen, schwappen aus Übersee oder sonst wo in unsere Gesellschaft. Die eigenen, einst liebgewonnen Anlässe mit langer Tradition, geraten dadurch immer mehr in Vergessenheit.
Immerhin war der Josefstag bis 1968 ein gesetzlicher Feiertag in Bayern und obendrein zugleich arbeits- und schulfrei. In einigen Gegenden der Schweiz oder Spanien ist dies heute auch noch der Fall. Alle "Josefs" kommen zudem an ihrem Namenstag im oberbayerischen Andechs in der Kloster-Gastronomie gegen Nachweis ihres Namens, in den Genuss einer Maß Freibier. Dagegen waren die Schwemmelsbacher Gemeinderäte etwas spendabler. Gemeinsam mit ihren Räten, konnten die drei anwesenden "Josefs-Jubilare" eine gemütliche und anständige Brotzeit mit allem, was so dazugehört, genießen. Dabei wurde so manche Geschichte aus früheren Zeiten zum Besten gegeben und sich prächtig unterhalten.
Laut Recherchen gibt es im schwäbischen Aichach sogar eine "KBJP" - eine Königlich Bayerische Josefs Partei. Auch die römisch-katholische Kirche feiert den 19. März in besonderer Weise. Die Verehrung von Josef, dem Bräutigam der Gottesmutter Maria, entwickelte sich bereits im Mittelalter, ungefähr im 12. Jahrhundert. Im Jahre 1870 erklärte dann letztendlich Papst Pius IX. den heiligen Josef als Schutzpatron der ganzen Kirche. Dieser war der Überlieferung nach von Beruf Zimmermann, sodass er heute von diesen Handwerkern speziell hochgehalten und gefeiert wird.
Von: Dominik Zeißner (Gemeinderat Schwemmelsbach, 3. Bürgermeister)