
Sie redet schneller, als ein Maschinengewehr schießen kann. Kabarettistin Inka Meyer trat anlässlich der Frauenwochen mit ihrem Programm "Zurück in die Zugluft" in der Disharmonie auf. Die "mittelfränkische Rheinhessin", die bei ihren Großeltern in Friesland aufgewachsen ist, nahm den alltäglichen Wahnsinn aufs Korn. Dabei brillierte sie mit Wissen und forderte dies auch oft genug von ihrem Publikum.
Ihrem aufmerksamen Blick für den ganz normalen Wahnsinn des Alltags entgeht nichts und sie kommentiert witzig und teils scharfzüngig. Gleich zu Beginn arbeitet sie sich an dem Narrativ ab, dass Frauen ohne Kinder unvollständig seien. Der Übergang zur Klimafrage geht in rasantem Tempo. Schließlich verbindet sie beide Themen: "Wenn weniger Menschen gut fürs Klima sind, dann sind Selbstmordattentäter Umweltaktivisten."
Die Dauerrednerin kommt von einem ins andere, quasi ohne Pause. Das Publikum muss mitdenken und bekommt kaum Zeit, das Gehörte zu verarbeiten. "37 Prozent der Deutschen fühlen sich gestresst", stellt die Kabarettistin fest und benennt gleich ihren Hauptstressor, die Deutsche Bahn. Man habe das "Gefühl, man fährt rückwärts durch die Zeit", erklärt sie dem Publikum und erklärt, dass die Bahn es schaffe, in einem Jahr sieben Jahre zu spät zu kommen.
Der Absurdität von Selbstverbesserungs-Ratgebern stellt sie die Lebensweisheit ihrer Großmutter entgegen. "Wer weiß, wofür es gut ist." Inka Meyer fordert ihr Publikum und hält ihm die "unerträgliche Seichtigkeit des Scheins" vor Augen. Mit einer Mischung aus intelligentem, teils tiefgründigen Humor und spritzigen Pointen legt sie die Finger in die Wunden unserer Zeit und Gesellschaft. "Sprache ist die Kleidung der Gedanken", stellt Inka Meyer fest und diese Kleidung beherrscht sie.
Von: Ursula Lux (Sprecherin, Frauenplenum Schweinfurt)