
Ein Theaterstück der ganz besonderen Art wurde an zwei Tagen in der Stadthalle in Schweinfurt aufgeführt. Schülerinnen und Schüler des Olympia-Morata-Gymnasiums bereiteten das Thema Depression im Jugendalter gemeinsam und spielerisch auf.
Schirmherrinnen sind die Bayerische Kultusministerin Anna Stolz und die Bayerische Gesundheitsministerin Judith Gerlach. Ermöglicht wurde die Durchführung der Projektwoche durch die Initiative und finanzielle Unterstützung der AOK Bayern.
Stell Dir vor, Du bist für 60 Minuten Psychiater und darfst diagnostizieren. Beim Theaterstück Ice Breaker wird das gesamte Publikum zum Facharztkollektiv. Welche der Figuren auf der Bühne sind an einer ernsthaften Depression erkrankt, und welche sind einfach nur "schlecht drauf". Kann man das überhaupt anhand einer Checkliste unterscheiden?
In nur vier Tagen wird das Stück mit Jugendlichen geprobt. Das Publikum wird während der Aufführung immer wieder aufgefordert, Stellung zu dem auf der Bühne Dargebotenen zu nehmen und sich damit auseinanderzusetzen.
Ziel des Stückes: Die Zuschauer erkennen, dass sich psychische Erkrankungen oft schleichend und zunächst unbemerkt entwickeln. Sie lernen Verdachtsmomente einer beginnenden oder vorhandenen Depression zu erkennen und diese anzusprechen. Vor allem aber lernen sie, dass Depression eine heilbare Krankheit ist.
Durch theaterpädagogisches Erleben finden die Zuschauer einen neuen Zugang zu der Erkrankung Depression und zu der Problematik der in der Familie Beteiligten, besonders die der Geschwisterkinder.
Die interaktive und dadurch sehr intensive und persönliche Auseinandersetzung nimmt der Krankheit das Fremde und schafft Verständnis für Erkrankte und ihr direktes Umfeld.
Die Reaktionen der Schülerinnen und Schüler der Klassen sieben bis elf war sehr unterschiedlich. Einzelne Lehrkräfte erzählten von einer bedrückten Stimmung im Nachgang. Mit den Worten "Du bist nicht allein" verabschiedete Tabea Hildner von Kunstdünger, die Agentur für Kulturdesign, das Publikum. Der Appell lautet, sich selbst wohlwollend zu reflektieren und feinfühlig auf sein soziales Umfeld zu achten.
Von: Angelina Schröder (Teamleiter Markt und Gesundheit, AOK Bayern Direktion Schweinfurt)