Das Kanalnetz von Schwebheim befindet sich in einem guten Zustand. Trotzdem wird die Sanierung des Netzes einige Millionen Euro kosten und sich über mehrere Jahre ziehen. Auf der Gemeinderatssitzung informierten sich die Ratsmitglieder über die Ergebnisse der Kanalbefahrung, über erste Kosten und über Finanzierungsmodelle.
Alleine der Hauptkanal von Schwebheim ist über 26 Kilometer lang, dazu kontrollierten die Fachleute auch noch über 700 Schächte im Gemeindegebiet. Christina Berger und Sebastian Walthes (beide Büro SRP) stellten dem Ratsgremium exemplarisch Schadensbilder vor und erläuterten den Sachstand mithilfe von genormten "Noten" für die Kanäle. Das Ergebnis für Schwebheim fiel positiv aus: 1/3 der geprüften Teile erhielten die TOP-Bewertung, mehr als die Hälfte des Kanalsystems befinden sich im guten Zustand.
Trotzdem müsse man mehrere Millionen Euro – die Fachleute wollten sich nicht festlegen – für Sanierungen, Reparaturen und das Ersetzen einiger Teilstücke investieren. Rohre waren an einigen Stelle undicht, Risse zeigten sich in den Aufnahmen, und an anderen Orten habe man hydraulische Probleme ausgemacht, berichteten Sebastian Walthes und Christina Berger. Sie schlugen vor, die Schäden abschnittsweise zu beheben. Dem geht eine Detaildiagnose voraus, die Bedarfsplanung, so stand es im SRP-Papier, wird dann der Gemeinde und dem Gemeinderat wieder vorgestellt. Für diese Bedarfsplanung stimmten alle am Ratstisch.
Michael Schulte sprach danach über die Finanzierung, schließlich müsse die Gemeinde den Kanal kostendeckend unterhalten. Einnahmen könne das Kräuterdorf aus einer Mischung aus Beiträgen und Gebühren erhalten. Schulte zeigte Beispiele der Mischkalkulation auf und versicherte dem Ratsgremium, dass seine Firma große Erfahrungen mit komplexen Abrechnungen besitze. Schulte möchte bei der Finanzierung zudem prüfen, ob man Mittel aus Fördertöpfen wie der RZ WAS erhalten könne.
Haushalt in erster Lesung
Über eine Million Euro kann Schwebheim in diesem Jahr dem Vermögenshaushalt zuführen. Kämmerin Andrea Ortloff verwies bei der Präsentation der Zahlen für 2025 auf positive Aspekte für die Gemeinde. Schwebheim erhält in diesem Jahr wieder Schlüsselzuweisungen, 2024 war man leer ausgegangen und die Ausgaben für Kreisumlagen sinken für das laufende Jahr; dazu gesellt sich als positiver Aspekt für die Gemeindekasse das vorläufige Ergebnis der Grundsteuer-Reform. Allerdings, das betonte die Kämmerin, stehen noch die Urteile der Popularklagen aus und zahlreiche Bürger hätten Einspruch gegen den neuen Steuerbetrag eingereicht. Einen leichten Rückgang erwartet Andrea Ortloff bei der Gewerbesteuer, die Einnahmen aus der Einkommensteuer werden dagegen stabil bleiben.
Das größte Projekt der letzten Jahre, der Neubau des Feuerwehrhauses, neigt sich dem Ende; Anfang Mai soll das Gebäude mit einem Fest eröffnet werden. Aus dem Haushalt werden die hohen Ausgaben für die Floriansjünger-Heimat dann weichen. Sicher ist, dass die Turnhalle ein neues Dach benötigt und dass auch in die Gebäudetechnik der Kindergärten investiert werden soll.
Aus dem Ratsgremium kamen einige – allerdings eher kleineren - Ergänzungs- und Erweiterungs-Ideen. Ein noch besseres Sicherheitskonzept für das neue Feuerwehrhaus könne die Gefahr an Einbruchdiebstählen minimieren. Die endgültigen Werte für den Haushalt 2025, den Stellen- und den Finanzplan wird der Gemeinderat in der nächsten Sitzung beschließen.
Der Schwebheimer Gemeinderat vertagte sowohl den Bericht der Kassenprüfer, als auch weitere Informationen aus dem Rathaus. Bei der nächsten Sitzung sollen diese Punkte abgearbeitet werden.