Die Aktion Weihnachtswunschbaum von Gerolzhofen-aktiv startete im vergangenen Jahr in der VR-Bank und war ein voller Erfolg. Alle Kugeln mit Weihnachtswünschen der Bewohner des Erich-Kästner-Kinderdorfs vom Baum in der VR-Bank fanden Abnehmer und damit bekam jeder Kästnerdorf-Bewohner ein Geschenk. Das brachte die Verantwortlichen des Fördervereins auf die Idee, noch ein zweites Bankhaus mit einem zweiten Adressaten für die Geschenke mit in die Aktion einzubeziehen.
Bei der Sparkasse Schweinfurt-Haßberge rannte Gerolzhofen-aktiv offene Türen ein. Auch dort steht in diesem Advent ein Weihnachtsbaum mit Kugeln, deren Inhalt Weihnachtswünsche der Mädchen im Antonia-Werr-Zentrum sind. Bei der VR-Bank werden wieder die Kinder und Jugendlichen des Kästner-Kinderdorfs bedacht.
Geschenk für etwa 25 Euro
Und so funktioniert die Aktion für alle, die den Jugendlichen im Kinderdorf und Werr-Zentrum etwas Gutes tun wollen. Man nimmt sich eine Kugel vom Christbaum, in der ein Wunschzettel für ein Geschenk im Wert von etwa 25 Euro verborgen ist. Der Schenker besorgt das Gewünschte und bringt es bis zum 14. Dezember zu der Bank zurück, wo er das Kärtchen geholt hat. Zu verpacken braucht er es nicht, das besorgt die Bank.
Wenn der Schenker seine Gabe in einem der teilnehmenden 20 Geschäfte in Gerolzhofen kauft, erhält er dort bei Vorzeigen des Wunschkärtchens auch noch zehn Prozent Rabatt auf seine Ausgaben.
"Die Größe eines Menschen hängt nicht von der Größe seines Wirkungsfelds ab, zitierte Gerolzhofen-aktiv-Vorsitzende Petra Aumüller zum Auftakt in der VR-Bank den Schriftsteller Erich Kästner. Auch die kleinen Gesten seien wichtig. 2. Vorsitzende Elisabeth Ort dankte VR-Bankmitarbeiterin Carola Antretter für das Schmücken des Baums und die Begleitung der Aktion. Deren Anliegen sei es, vor Ort zu helfen und Kinderaugen strahlen zu lassen.
Kleiner Beitrag mit großer Wirkung
Bürgermeister Thorsten Wozniak sagte in seiner Eigenschaft als Schirmherr, bei der Wunschbaum-Aktion könne mit einem kleinen Beitrag Großes bewirkt werden. Wer etwas schenke, wisse, dass das an den oder die Richtige gehe. Wozniak bedankte sich bei den Banken, die die Aktion durchziehen. Der Gerolzhöfer Einzelhandelsgemeinschaft bescheinigte das Stadtoberhaupt viel ehrenamtliches Engagement ohne kommerzielles Interesse.
Der dringendste Wunsch der Kinder im Kästner-Kinderdorf ist es, bald wider in das abgebrannte Domizil in Düttingsfeld zurückzukehren, sagte Daniela Huhn vom Kinderdorf. Sie berichtete, dass Mützen und Schals, Spielzeug, Bücher, Stifte und Rucksäcke die häufigsten Wünsche der Kinder und Jugendlichen im Kinderdorf seien, die zwischen vier und 21 Jahren alt sind.
Zitierfreudig zeigte sich Petra Aumüller auch in der Sparkasse. "Wenn du glücklich sein willst, dann mache andere glücklich", heißt es bei Dada Vasmann. Elisabeth Orth hofft, dass auch bei der Sparkasse alle 75 Kugeln vom Baum genommen werden, damit alle Mädchen im Werr-Zentrum im Alter zwischen zwölf und 19 Jahren ein Geschenk erhalten.
75 Kugeln am Sparkassen-Baum
"Die Aktion kommt uns sehr entgegen", meinte Roberto Nernosi, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Schweinfurt-Haßberge. Für viele Kinder in schwierigen Familienverhältnissen oder ohne Eltern sei Weihnachten sicher ein heikes Thema.
Im Antonia-Werr-Zentrum werde Weihnachten sehr hochgehalten, berichtete stellvertretender Gesamtleiter Georg Repp. Ein Geschenk zu Weihnachten habe hohen Wert, denn in der der normalen Förderstruktur für die Hausbewohner sei ein Weihnachtsgeschenk nicht vorgesehen.
In der Sparkasse hatte Mitarbeiterin Katja Förster den Weihnachtsbaum mit den Geschenkkugeln gestaltet. Die Wunschzettel in den Kugeln schrieben Mitglieder von Gerolzhofen-aktiv neu, weil manche Zettel der Kinder und Jugendlichen schlecht leserlich waren.