
Seit 2022 bewirtschaftet die Forstbetriebsgemeinschaft Obere Rhön (FBG) den Stockheimer Kommunalwald. FBG-Betriebsleiter Otfried Pankratius und Revierleiter Jan von Lorentz legen Bürgermeister Martin Link und dem Gemeinderat in der jüngsten Sitzung ihre Zahlen offen. Zudem hatten sie allen Grund, optimistisch auf das Waldjahr 2025 zu blicken. Der Wald ist ein komplexes Ökosystem, das es für künftige Generationen zu schützen und zu erhalten gilt, wie beide Forstleute gleich zu Beginn deutlich machten. Im Sinne einer nachhaltigen Bewirtschaftung dürfe der Fokus nicht alleine auf den Zahlen liegen.
Rund 500 Festmeter Schadholz durch Borkenkäferbefall, Windwurf und Trockenschäden seien laut Jan von Lorentz relativ wenig. Etwas beunruhigt blickte Otfried Pankratius auf die deutliche Zunahme des Schadgeschehens an Eichen. "Wir sind stolz auf unsere Eichen, diese Bestände sind ökologisch wertvoll", meinte er. Umso schlimmer, dass es vermehrt zu Prachtkäfervorkommen gekommen sei.
Bis Ende Dezember 2024 blieben knapp 800 Festmeter Holz liegen. Diese Menge habe inzwischen Abnehmer gefunden, führte Jan von Lorentz aus. Insgesamt wurden 1791 Festmeter zum Durchschnittspreis von 77,02 Euro verkauft. Beide Experten nannten das angesichts der Marktlage "einen sehr guten Ertrag."
Unterm Strich standen 215.387 Euro Einnahmen 146.550 Euro Ausgaben gegenüber, was ein Plus von 68.837 Euro bedeutet. Im Vergleich zum Haushaltsansatz fielen die Holzgeldeinnahmen um knapp 7000 Euro höher aus als erwartet. Jan von Lorentz relativierte das Ergebnis dennoch, da auf der Einnahmenseite 56.300 Euro Zuweisungen vom Bund für das Programm "Klimaangepasstes Waldmanagement" zu Buche schlugen. Otfried Pankratius erklärte dazu, dass dies keineswegs ein Geschenk sei, denn der Waldumbau koste viel Zeit und Geld. Sein Kollege zeigte auf, was 2024 an Wegepflege, Kulturpflege und Jungbestandspflege betrieben wurde. Leider sind im Gebiet "Turmberg" wegen anhaltender Hitze und Trockenheit keine Robinien mehr vorhanden. Nachdem die Pflanzung auf geförderter Fläche lag, wurde sie vom AELF unterdessen als "untergegangene Kultur" bewertet. Nun komme keine Rückforderung mehr auf die Gemeinde zu, versicherte er.
Forstbetriebsplan wurde genehmigt
Interessant war der 5-Jahres-Rückblick auf die Betriebsergebnisse von 2020 bis 2024, welcher extreme Schwankungen erkennen ließ. Während Ende 2020 knapp 22.000 Euro Minus verblieben, erwirtschaftete der Wald im Folgejahr satte 47.400 Euro Plus. Für 2025 ist ein Holzeinschlag von 2300 Festmetern geplant. Dies sei bewusst niedrig gehalten, hieß es seitens der FBG. Wenn alles nach Wunsch verläuft, sollten am Jahresende rund 47.700 Euro Überschuss stehen. Der Forstbetriebsplan wurde einstimmig genehmigt.
Einem Antrag auf Nutzungsänderung sowie dem geplanten Umbau von Lagerflächen zu Ferienwohnungen im Gewerbegebiet Stockheim (ehemalige Stoxbräu) standen Bürgermeister Link sowie alle Ratsmitglieder kritisch gegenüber. Laut Ausführungen von Bauamtsleiter Christian Roßhirt bedürfe es der Prüfung, ob es sich um einen noch zulässigen gewerblichen Beherbergungsbetrieb, oder um eine unzulässige, reine Vermietung von Wohnraum handele. Fazit: Das Gewerbe müsse Vorrang haben. Um Ärger zu vermeiden, wurde das gemeindliche Einvernehmen nicht erteilt.
Der örtliche Musikverein feiert heuer sein 50-Jähriges Jubiläum. Dafür sollen 15 neue Westen (Preis pro Stück: 320 Euro) angeschafft werden. Gerne unterstützt die Gemeinde dieses Vorhaben mit einem freiwilligen Zuschuss in Höhe von 2400 Euro. Weiterhin wurden die Entwässerungsgebühren neu kalkuliert. Mehrheitlich fiel der Beschluss, die Grundgebühr zum 1. April 2025 auf 3,50 Euro/Monat (bisher 2,56 Euro) und die Einleitungsgebühr auf 1,81 Euro/Kubikmeter (bisher 0,90 Euro) anzupassen.